Russische Biathletin stirbt auf der Strecke – Schuld ist die schlechte Finanzierung?

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Am Samstag gewann Maxim Wylegschanin bei der WM in Falun überraschend Gold im Skiathlon, im Teamsprint holten Alexej Petuchow und Nikita Krjukow am Sonntag Silber. Überschattet wurde die Freude durch den plötzlichen Tod der Nachwuchs-Biathletin Alina Jakimkina bei den russischen Meisterschaften im sibirischen Tjumen. Die 21-Jährige starb kurz nach dem Start zum Rennen über 15 Kilometer an einem Herzinfarkt. Der russische Sportminister spricht vom Mangel an Geld und hochqualifizierten Spezialisten in den provinziellen Sportzentren.

Das Unglück geschah am Samstag. Alina Jakimkina, die für die Teilrepublik Udmurtien am Start war, stürzte 1.300 Meter nach dem Start. Die sofort herbeigeeilten Ätzte konnten ihr nicht mehr helfen. Die vorläufige Diagnose lautet: Herzstillstand nach einem Herzinfarkt. Der Direktor der Sportschule, in der Jakimkina trainierte, sagte gegenüber „Sport Express“, die Athletin sei gesund gewesen und hätte in der vorangegangenen Saison die bisher besten Resultate überhaupt gezeigt.

Nun soll eine Dienstermittlung die Wahrheit an den Tag bringen. Dabei wird die sportärztliche Klinik unter die Lupe genommen, in der Jakimkina vor dem Start untersucht wurde und die die Starterlaubnis erteilt hatte. „Sport Express“ fragt sich, wie weit der Untersuchung zu trauen sei, ob das nicht nur, wie üblich, eine Formalität gewesen sei und ob die Klinik überhaupt über die nötige moderne Ausrüstung verfüge.

Das Blatt erinnert an einen anderen Todesfall im Leistungssport, bei dem die Untersuchungen im Sand verlaufen waren. Im August 2014 war in Nischni Nowgorod der 26-jährige Triathlet Jegor Leontjew bei einem Wettkampf gestorben, die Diagnose lautete „plötzlicher Herztod“. Leontjew hatte laut Untersuchungen und vorgelegten Zeugnissen als „absolut gesund“ gegolten.

Laut dem russischen Sportminister Vitali Mutko hätten viele Sportkliniken Schwierigkeiten mit der Finanzierung. Sie stünden nicht unter der Kontrolle der örtlichen Sportministerien, sondern regionaler Behörden. „Eine ganze Reihe dieser Zentren leiden unter dem Mangel an finanzieller Unterstützung und hochqualifizierten Spezialisten. Das kann sich negativ auf die Qualität der Untersuchungen auswirken“, so Mutko.

[sb/russland.RU]