Ostukraine: Eroberung Uglegorsk – Tschetschenenführer gefallen [mit Videos]

Uglegorsk durch Rebellen erobert - Tschetschenenkommandant im Debalzewo gefallen - Kämpfe bie Donezk - Exposionen in Mariupol

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Die Lage im Donbass war auch gestern und heute von starken militärische Auseinandersetzungen geprägt.

Eroberung von Uglegorsk bei Debalzewo

Der größte Erfolg der Rebellen war dabei die Eroberung der Kleinstadt Uglegorsk kurz vor Debalzewo. In Debalzewo, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt ist eine große Menge von Regierungstruppen eingeschlossen. Kämpfe gibt es laut der Onlinezeitung Tajmer nur noch am östlichen Stadtrand von Uglegorsk, das vor dem Krieg etwa 8.000 Einwohner hatte. Der Rest der Stadt sei fest in der Hand der Rebellen, die versuchten, eine eigene Verwaltung aufzubauen. Völlig zusammengebrochen sei jedoch die Stromversorgung und jede Infrastruktur. Die meisten Bewohner hätten versucht, aus der Stadt in Richtung zum Rebellengebiet zu fliehen, seien jedoch durch die heftigen Kämpfe zum Großteil daran gehindert worden, so dass sie in den Kellern ausharren.

Tod von Tschetschenenkommandeur Munajew

Bei Debalzewo soll nach verschiedenen Meldungen vor Ort der Kommandeur der bei der ukrainischen Seite kämpfenden tschetschenischen Islamisten Ina Munajew gefallen sein. Er war einer der wichtigsten Führer der für eine Unabhängigkeit von Russland kämpfenden Tschetschenen. Wie russland.RU schon berichtet hat, kämpfen Tschetschenen auf beiden Seiten der Front – nur dass die Rollenverteilung umgekehrt ist: Die islamistisch orientierte tschetschenischen Separatisten mit der Ukraine und die Anhänger des tschetschenisch-russischen Präsidenten für die Separatisten. Am heutigen Abend haben gemäß der Charkower Onlinezeitung Nahnews die Rebellenführer Sachartscheno und Plotnizkij einen Stop des Vormarsches ihrer Truppen angeboten. Es ist aber zweifelhaft, ob dieses Angebot wirklich zu einer Einstellung der kurz nach Neujahr wieder ausgeweiteten Kampfhandlungen führen wird.

Videos aus Uglegorsk

Opfer unter den Angreifern zeigt ein im russischen Internet weit verbreitetes Amateurvideo, das auch zeigt, wie Verwundete mit Hilfe von medizinischem Material aus Sankt Petersburg versorgt werden:

Auch folgendes Video vor den Toren der Stadt erhebt den Anspruch vom Sturm auf Uglegorsk zu stammen und zeigt 11 Minuten im russischen Internet recht erfolgreiche Panzer-und andere Militär-Action (bald eine dreiviertel Million Zuschauer in zwei Tagen), offenbar kurz vor der Eroberung der Stadt am Wochenende.

Beschuss von Donezk geht weiter

In Donezk gab es durch das fortgesetzte Artilleriefeuer der Regierungstruppen am Wochenende 15 Tote. Aufnahmen von dort zeigt ein weiteres Amateurvideo

Auch heute wurden dort zivile Ziele getroffen – gemäß der ukrainischen Onlinezeitung Politnavigator ein Zentrum für Bluttransfusion, wobei es einen Toten gab.

Weiter Angriffsgerüchte um Mariupol

Aus Mariupol gibt es Meldungen über in der Stadt hörbare heftige Detonationen, die nach Angaben des ukrainischen Militärs von Geschützfeuer der Rebellen stammen sollen. Die Regierungstruppen vor Ort haben nach einem Bericht der örtlichen Onlinezeitung Mariupol Schisn Verstärkung aus Charkow erhalten. Offenbar rechnen sie weiter mit einem Angriff der Rebellen auf die Hafenstadt, ebenso wie verschiedene andere Quellen vor Ort, darunter der österreichische Journalist Christian Werschütz, der dies in einem Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten äußerte. Werschütz, beauftragt vom ORF, arbeitet als einer der letzten westlichen Journalisten noch in Donezk.

Die schon fast legendäre Rebelleneinheit Motorola,eingesetzt im Raum Donezk, bedankt sich in einem anderen sehr erfolgreichen Video für schussichere Westen, die laut Film aus Spenden aus Russland angeschafft wurden.