Massenpsychose: Petersburger hamstern Metro-Jetons

Seit dem Rubelabsturz mitte Dezember wollen die langen Warteschlangen vor den Metro-Schaltern nicht mehr enden. Obschon sich die Lage mittlerweile entspannt hat, hören die Leute nicht auf, vor der Tariferhöhung zum Jahreswechsel soviel Jetons wie möglich zu kaufen. Die Metro hingegen rückt so wenig wie möglich heraus, um bis 2015 nicht ausverkauft zu sein.

Die Schlangen reichen vielerorts bis zum Eingang und hindern die Passagiere am Betreten der Station. Uniformierte Angestellte der Metro versuchen, in den Kassensälen die Lage zu kontrollieren, doch gelingt es ihnen nur notdürftig die Türen freizuhalten.

Salz, Zucker und Streichhölzer – und Jetons

Das Jeton-Hamstern vor Neujahr ist ein normales Phänomen, doch nach dem Rubelsturz hat sich in der Bevölkerung die Krisenpanik noch nicht gelegt. “Sol, Sacher, Spitschki!” – “Salz, Zucker und Streichhölzer!”, so lauten die drei dringendsten Sachen, welche die Russen früher kauften, wenn wieder ein Weltuntergang nahte. Für viele gehören auch die Jetons zum Notwendigsten, und weil sie dem “Frieden” nicht trauen, kaufen sie noch immer, was es zu kaufen gibt.

Psychologen bezeichnen die Situation als Massenpsychose, denn durch den grossen Andrang werden die Leute in ihrer Überzeugung bestärkt, dass es nötig ist, Jetons zu kaufen. Im Gegensatz zu den Karton-Tickets aus dem Automaten, welche die Moskauer schon seit vielen Jahren verkauft, haben die Messing-Jetons der Petersburger kein Verfalldatum.

Nur ein Jeton pro Kopf

Mittlerweile ist die Metro dazu übergegangen, strickt nur einen Jetons aufs Mal zu verkaufen, denn wie Fontanka.ru errechnet hat, ist die Gefahr gross, dass ihr die Münzen ausgehen.

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