Formel-1 fährt bis 2025 in Sotschi

Foto: Martin Lee CC BY-SA 2.0 via Flickr

Die Organisatoren haben sich mit den Finanziers des Formel-1-Rennens im südrussischen Sotschi auf eine Verlängerung des Vertrages bis ins Jahr 2025 geeinigt. Somit steht dem Motorsport-Event am Schwarzen Meer künftig nichts mehr im Wege.

Nachdem die staatliche Unterstützung für den „Grand Prix Russia“ gestrichen worden war, mussten zahlungskräftige Sponsoren gefunden werden, um die im eigenen Land hervorragend angenommene Rennsport-Veranstaltung weiterführen zu können. Wie Russlands Vize-Präsident Dmitri Kozak im Februar verkündete, haben sich zehn private Geldgeber zu einer Investoren-Gruppe zusammengeschlossen, um die jährlich anfallenden Kosten für das Rennen zu decken. Der Vertrag über die Durchführung des Formel-1-Rennens in Sotschi wurde noch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir und der Veranstalter-Legende der Formel-1, Bernie Ecclestone, bis ins Jahr 2020 festgeschrieben.

Nun sei eine Einigung darüber hinaus bis ins Jahr 2025 vereinbart worden, hieß es aus den Reihen von Liberty Media, des offiziellen Formel-1-Vermarkters. Es sei eine komplexe Vereinbarung, die auch einen Promoter-Vertrag beinhalte, sagte Sergej Worobyow, der Grand Prix-Promoter Russlands gegenüber Motorwelt.com, dem Fachorgan des Automobil-Rennsports. „Am wichtigsten ist für uns der Titelsponsor. Zudem arbeiten wir mit dem Formel-1-Vorsitzenden Chase Cary und seinem Team an weiteren Einzelheiten, die ich aber noch nicht verraten darf. Wir werden sie aber alsbald verkünden“, hüllt sich Worobyow zu den Details des Vertrags vorerst in Schweigen.

Nachtrennen mit lokaler Unterstützung

Ebenso bekräftigte Sergej Worobyow seine Ambitionen, ein Nachtrennen in Sotschi durchzuführen. Dies, so sagte er, hinge davon ab, ob russische Firmen den infrastrukturellen Aufwand bewältigen könnten. Die Möglichkeit eines Nachtrennens bestünde in seinen Augen, „wenn wir einen signifikanten Betrag an Geld investieren und sechs bis sieben Monate an Vorbereitung auf uns nehmen würden. Wir könnten es mit einem unserer Lieferanten schaffen, der solche Projekte schon in Abu Dhabi, Bahrain und Singapur durchgeführt hat“.  Der, unmittelbar nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi in dasselbe Gelände integrierte Kurs wäre durchaus prädestiniert für ein solches Vorhaben.

Zudem laute die Vision der russischen Formel-1-Veranstalter, nahezu ausnahmslos lokale Unternehmen zu nutzen. „Daher bereiten wir gerade die Sichtung von russischen Unternehmen vor, die die Konstruktionen, das Licht und den elektrischen Service für ein Nachtrennen in Sotschi anbieten und dabei die Regeln des Automobil-Weltverbandes (FIA) und der Formel-1-Gruppe einhalten können“, so Worobyow. Schließlich wolle man erreichen, dass alles von regionalen Unternehmen durchgeführt werde. Es klingt daher geradezu pathetisch, wenn der russische Grand Prix-Promoter zum Abschluss resümiert: „Alles hat mit Bernie Ecclestone begonnen und wurde nun mit Chase und seinem Team zum Abschluss gebracht.“

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.