Biathlon: Anton Schipulin bleibt Fourcade auf den Fersen

Bei der aufregenden vierten Weltcup-Etappe in Oberhof (Nebel, Wind, Schnee und Regen) konnten die russischen Männer, allen voran Olympiasieger Anton Schipulin, wesentlich bessere Ergebnisse vorlegen als die Frauen. Die russische Nachwuchshoffnung Alexander Loginow ist derweil über Doping gestolpert – Russland hat mit diesen unschönen Dingen leider einige Erfahrung.

Beim abschließenden Massenstart am Sonntag landete Anton Schipulin, der derzeitige Leader der russischen Mannschaft, trotz vier Schießfehlern auf Rang zwei hinter dem Franzosen Martin Fourcade. Sein Teamkollege Dmitri Malyschko holte sich mit einem beherzten Endspurt gegen den Bulgaren Krasimir Anew Bronze – sein Vorsprung machte ganze 0,7 Sekunden aus. In der Gesamtqualifikation liegt Schipulin aktuell 91 Punkte hinter Fourcade.

Bereits am Donnerstag hatte die russische Männerstaffel den Norwegern den Sieg abgelaufen. In der letzten Runde lieferten sich Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen und Anton Schipulin einen harten Fight, den der Russe kurz vor der Ziellinie für sich entscheiden konnte. Das Rennen war wegen starken Nebels verschoben worden, im Endeffekt verlief es bei starkem Wind und Dauerregen.

Bei den Frauen sieht es weniger rosig aus. In Oberhof gelang es keiner Russin, auf das Podium zu klettern. Beim Sprint kam Jekaterina Glasyrina nur auf Rang 16, hinter ihr kam Darja Virolainen ins Ziel. Beide waren auf der äußerst schwierigen Strecke gestürzt. Wladimir Korolkewitsch, der Haupttrainer der russischen Damenmannschaft, zeigte sich trotzdem zufrieden mit dem Ergebnis. „Es gibt gute Momente, die Mädchen werden wach; aber es fehlt noch der Feinschliff“, sagte er gegenüber der Agentur „R-Sport“.

Bei der Damenstaffel hatte sich Virolainen, die als dritte lief, zwei Strafrunden eingehandelt, und damit waren die Russinnen, die zuvor alle Chancen auf eine gute Platzierung gehabt hatten, aus dem Rennen und kamen nur als siebte ins Ziel. Beim Massenstart belegte Virolainen den achten Platz, Glasyrina wurde 14., Jekaterina Schumilowa 21.

Die Ergebnisse von Oberhof setzen eine sehr deutliche Tendenz fort: die russischen Biathleten sind der internationalen Konkurrenz zurzeit  ebenbürtig, wogegen die Frauen ihrer guten Form noch hinterherlaufen. Folgerichtig: Für die WM im finnischen Kontiolahti Anfang März haben sich drei russische Männer und nur eine Frau qualifiziert – Anton Schipulin, Dmitri Malyschko, Timofej Lapschin und Darja Virolainen.

Derweil gibt es mal wieder skandalöse Nachrichten von der Doping-Front: der 22-jährige Alexander Loginow, einer der Hoffnungsträger des russischen Biathlons, hat sich geweigert, seine B-Probe öffnen zu lassen und wurde vom Internationalen Biathlon-Verband disqualifiziert.  Erst im Sommer 2014 waren Irina Starych und Jekaterina Jurjewa mit Wettkampfverbot belegt worden. Jurjewa, die schon zum zweiten Mal beim Doping erwischt worden war, beendete daraufhin ihre Karriere.

[sb/russland.RU]