Absturz oder Rivalität hinter der Verstaatlichung der größten ukrainischen Bank?

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[Ralf Streck] Der Oligarch und Besitzer der Privatbank, Rivale von Präsident Poroschenko, spricht von einer „feindlichen Übernahme“.

Wird eine „schwer angeschlagene“ Bank in der Ukraine verstaatlicht, um ihr „ununterbrochenes Funktionieren zu garantieren“ und die „Einlagen der Sparer zu schützen“? Oder geht es um eine weitere Schwächung eines bedeutenden Widersachers von Präsident Petro Poroschenko?

Der einflussreiche Oligarch Igor Kolomoiski hält mit über 40% den Großteil der Privat-Bank-Aktien. Die Poroschenko-Regierung hat die Bank für insolvent erklärt und angekündigt, dass das Finanzministerium sie übernehmen werde. Die Bank werde dann vom früheren Finanzminister Oleksandr Shlapak geleitet. Die Verstaatlichung soll von den privaten Aktionären gefordert worden sein, behauptet der aktuelle Finanzminister Oleksandr Danyljuk, was allerdings für den Hauptaktionär nicht zutrifft.

Die Verstaatlichung sei auch mit den internationalen Geldgebern abgestimmt und habe deren Unterstützung, erklärt die Regierung. Insbesondere ist damit der Internationale Währungsfonds (IWF) gemeint, der eine grundlegende Sanierung des ukrainischen Bankensektors fordert und für das Land eine Extrawurst nach der anderen brät So fließt gegen alle IWF-Statuten weiter viel Geld in das Land und die Statuten müssen dafür bisweilen sogar extra geändert werden.

Der ukrainische Staat werde damit seinen Anteil im Bankensektor ausweiten, was allerdings nicht das Ziel der Regierung sei, meinte Danyljuk.

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