Vor Skisprung-Wochenende im Ural – wieder Ärger mit dem Wind?

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Samstag und Sonntag wird in Nischni Tagil im Ural eine Weltcup-Etappe im Skispringen ausgetragen. Schon zum zweiten Mal reist der internationale Skizirkus in den „Fernen Osten“. Vor Ort ist alles bereit, Schnee gibt es jede Menge, aber leider könnte erneut der Wind für Wirbel sorgen.

60 Athleten aus 14 Nationen gehen bei den Herren an den Start. Nicht dabei ist der österreichische Star Gregor Schlierenzauer. Er müsse eine Auszeit nehmen, „um wieder da hinzukommen, wo ich jahrelang war“, wird Schlieri bei skispringen.com zitiert. Auch sein Teamkollege Andreas Kofler reist nicht nach Russland – er will in Lillehammer sein individuelles Training fortsetzen. Ansonsten wird die Weltelite komplett dabei sein im Ural.

Laut dem Präsidenten des Russischen Skisprungverbandes, Dmitri Dubrowski, werden an der Schanze 5.000 bis 7.000 Zuschauer erwartet, „vielleicht auch mehr“. 2014, als in Nischni Tagil erstmals ein Weltcup stattfand, war das Zuschauen kostenlos. In diesem Jahr kosten die Tickets schlappe 100 Rubel (noch nicht einmal 1,5 Euro), Kinder unter 16 kommen frei ins Stadion.

Die russischen Adler schwächeln

Leider gebe es keine guten Wetterprognosen, sagt Dubrowski weiter. Bei den bisherigen Etappen der noch jungen Saison hatte der Wind für große Schwierigkeiten gesorgt, in Kuusamo in Finnland war das Programm deswegen vollständig ausgefallen. In Nischni Tagil seien laut dem Verbandschef beide Schanzen einsatzbereit, was den eventuell nötigen Wechsel von einer auf die andere ermöglichen würde.

Das russische Team hat bisher keine nennenswerten Erfolge vorzuweisen. Altstar Dmitri Wassiljew laboriert mal wieder an einer Knieverletzung; seine Teilnahme an der Vierschanzentournee, dem Saisonhöhepunkt, ist alles andere als garantiert. Sicherste Kandidaten auf stabile Leistungen sind zurzeit Ilmir Hazetdinow und Jewgeni Klimow. Denis Kornilow bleibt dagegen weit hinter den Erwartungen zurück.

Vier internationale Skisprung-Ereignisse pro Jahr in Russland anvisiert

Der Russische Skisprungverband setzt sich zum Ziel, viermal im Jahr Gastgeber für internationale Events zu werden. Nischni Tagil, das auch 2016 im FIS-Kalender steht, soll Tradition werden; dazu könnten eine Grand-Prix-Etappe und zwei Rennen im Kontinental-Cup kommen.

Die Olympia-Schanzen in Sotschi sollen für Sommerspringen und als Trainingsbasis für die russische Nationalmannschaft genutzt werden. Ihr großer Nachteil im Winter ist die geringe Chance auf Schnee. Laut Dubrowski will Moskau bis 2017 die alte Schanze auf den Sperlingsbergen (direkt unterhalb der Lomonossow-Universität und oberhalb des Luschniki-Stadions) reanimieren und für internationale Wettbewerbe fitmachen.

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[sb/russland.RU]