Ukraine: Wer tötete den Journalisten Pawel Scheremet?

Foto: TV-Screenshot

[von Jens Mattern] In Kiew wird auf Moskau gezeigt, eine Gruppe ukrainischer Journalisten weist auf Mängel der Polizeiarbeit und eine mögliche Verwicklung des SBU hin. „Die meisten Beweise legen nahe, dass es eine russische Spur gibt“, so der stellvertretende Innenminister der Ukraine, Wadim Trojan, auf einer Pressekonferenz in der Nacht auf Mittwoch zur Ermordung von Pawel Scheremet. Kritiker sehen darin jedoch eine Flucht der ukrainischen Regierung nach vorn.

Scheremet, der für die relativ unabhängige Internetzeitung „Ukrajnska Pravda“ schrieb, wurde am 20. Juli vergangenen Jahres mit einer Autobombe in Kiew getötet, als er auf dem Weg zu seiner Radio-Redaktion war (Ukraine: Anschlag auf Journalisten mit „hoher demonstrativer Wirkung“, Schuldzuweisungen gegen Moskau nach Journalisten-Mord in Kiew).

Der 1971 in Minsk geborene Journalist war russischer Staatsbürger und Kreml-Gegner wie auch als Kritiker der Korruption unter der Regentschaft des ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko bekannt. Der stellvertretende Innenminister wies auch auf Weißrussland als möglichen Täterhintergrund, da Scheremet in seinem Heimatland schon wegen seines Investigativjournalismus inhaftiert gewesen war. Doch bislang kam die Aufklärung nicht voran, zwar wurde auf Videokameras festgehalten, wie ein Mann und eine Frau die Bombe in der Nacht installierten, doch deren Identität galt offiziell als unbekannt.

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