Türkei: Alles außer Tomaten

Foto: ulleo CC0 Public Domain via Pixabay
image_pdfimage_print

Die Handelsbeziehungen Russlands mit der Türkei lockern sich zusehends. Nach Erleichterungen im Dienstleistungssektor wurde nun das Embargo gegen türkische Lebensmittel aufgehoben. Importiert werden darf jetzt wieder alles – nur keine Tomaten.

Das russische Kabinett veröffentlichte gestern ein entsprechendes Dokument, welches die Einfuhr von türkischen Lebensmitteln von den im Jahr 2015 verhängten Sanktionen ausschließt. Künftig wieder in den Handel gebracht dürfen demnach frische, gekühlte und verarbeitete Gurken, gefrorenes Fleisch und Innereien von Puten und Hühnern.

Ebenso aufgehoben wurde das Importverbot für türkisches Obst, namentlich Äpfel, Birnen, Weintrauben, Wald- und gezüchtete Erdbeeren. Ausgeschlossen von dieser Regelung sind jedoch frische Tomaten. Allerdings soll das frische Gemüse zu Zwecken der Weiterverarbeitung ausgenommen werden. Man erwarte den entsprechenden Erlass jedoch nicht vor dem Ende des Sommers, wie der russische russischen Vizepremierminister Arkadi Dworkowitsch betonte.

Zudem wurden Dienstleistungen von türkischen Organisationen und Unternehmen von den Sanktionen befreit. Dies betrifft insbesondere das Baugewerbe und die Tourismusbranche. Ebenso dürfen sich türkische Dienstleister wieder bei der Versorgung der staatlichen und kommunalen Bedürfnissen betätigen. Betroffen ist unter anderem der Sektor zur Holzverarbeitung. Genausowenig untersagt sind fürderhin technische Untersuchungen, Forschungen und Analysen.

Die wirtschaftlichen Sanktionen gegen die Türkei wurden, unmittelbar nachdem ein russisches Kampfflugzeug während des Syrienkonfliktes am 24. November 2015 auf türkischem Hoheitsgebiet von turkmenischen Rebellen abgeschossen wurde, von Russland verhängt.

[mb/russland.NEWS]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.