Russland macht Kohle zu Gold

Foto: PublicDomainPictures CC0 Public Domain via PixabayFoto: PublicDomainPictures CC0 Public Domain via Pixabay
image_pdfimage_print

Physikern der russischen Akademie der Wissenschaften ist nun offenbar gelungen, wonach Alchemisten Jahrhunderte lang gesucht haben – die Herstellung von Gold. Der Trick scheint simpel: Steinkohle wird verbrannt und Gold bleibt übrig. Der russische Finanzminister reibt sich schon die Hände.

Bis zu einem Gramm Gold ließe sich laut den Wissenschaftlern, die sich in der schwarzen Magie versuchten, aus einer Tonne verbrannter Steinkohle fördern. Zunächst scheint das nicht viel Ausbeute bei diesen Unmengen an Kohle, die dafür von Nöten wäre. Wenn man jedoch bedenkt mit welchem Steinkohlevolumen die Industrie zugange ist, wird durchaus ein nachhaltiger Sinn erkennbar. Eine Versuchsanlage funktioniere bereits und werde im kommenden Jahr in einem Heizkraftwerk im fernöstlichen Blagoweschtschensk installiert, heißt es in laut dieser Mitteilung.

Alchemisten auf der Suche nach dem Stein der Weisen

Rund 15 Jahre lang suchten Wissenschaftler der Akademie nach dem Stein der Weisen, beziehungsweise nach der richtigen Kohle. Dabei kamen Sie zu dem Ergebnis, dass die Steinkohle aus dem sibirischen Jerkowezk-Becken mit einem Tausendstel des begehrten Edelmetalls versetzt sei. Auf die Tonne Kohle gerechnet also mit bis zu einem Gramm Gold. Mit Unterstützung des Ministerium für Kommunalwirtschaft der Amur-Region hoffen die Wissenschaftler nun auf ein Forschungsstipendium des Innovationszentrums Skolkowo, um die Anlage serienreif zu machen.

Die bereits in Betrieb genommene Versuchsanlage arbeite nach einem rein mechanischen Prinzip, so heißt es, bei dem zunächst die Schadstoffe aus dem Rauch der verbrannten Steinkohle ausgewaschen würden. Danach könnten die Abgase gefiltert und die Goldpartikel separiert werden. Der letzte Schritt sei dann die Weitergabe zur Veredelung der begehrten Rückstände. Oleg Agejew, der Generaldirektor der Forschungseinrichtung frohlockte bereits: „Selbst wenn die Anlage nur die Hälfte des Goldes abfängt, sagen wir ein halbes Gramm pro Tonne, dann ist das schon eine mächtige Rendite“.

„Eine Tonne verbrannt, 1.500 Rubel (rund 20.- Euro) gewonnen“, so Agejews Milchmädchenrechnung. Auch der Herr über die russische Schatzkammer, Finanzminister Anton Siluanow darf frohlocken. Erst kürzlich gab sein Amtskollege aus dem Umweltministerium, Sergej Donskoi, die frohe Kunde bekannt, dass Russland seine Goldreserven in den letzten drei Jahren um 1.300 Tonnen aufstocken konnte.

Die Ausgaben der Förderungen in den letzten fünf Jahren hätten zwar rund 22 Milliarden Euro verschlungen, jedoch, so betone Donskoi, stünde das Land erstmals auf Platz zwei der weltweit größten Goldproduzenten.

[mb/russland.RU]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.