Russisches Flugzeug über Schwarzem Meer abgestürzt

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Ein russisches Flugzeug vom Typ Tupolew Tu-154 mit 92 Menschen an Bord ist unweit des bekannten Kurortes Sotschi ins Schwarze Meer abgestürzt. Zunächst war von 91 Menschen die Rede – die Angaben wurden vom Verteidigungsministerium korrigiert.

Bekanntes Musik- und Tanzensemble an Bord

An Bord war auch das bekannte russische Gesangs- und Tanzensemble „Alexandrow“ mit 64 Mitgliedern auf dem Weg zu einem Auftritt in Syrien, daneben TV-Journalisten und Mitarbeiter einer Armeezeitung. Der Auftritt hätte zur Neujahrsfeier auf einem Militärstützpunkt stattfinden sollen – der Jahreswechsel ist in Russland der wichtigste Feiertag. Nach einem Sprecher der Armee weißt ein Ölfleck etwa 1,5 Kilometer von Sotschi entfernt auf die Absturzstelle hin. Eine weitere Meldung besagt, es sei auch bereits eine Leiche gefunden worden. Die abgestürzte Maschine stand in Diensten des russischen Verteidigungsministeriums (auf unserem Bild ein vergleicbares Modell). Laut Kremlsprecher Peskow wurde Putin umgehend vom Vorfall informiert.

Untersuchungskommission unterwegs ins Unglücksgebiet

Die Tupolew Tu-154 war früher ein weit verbreitetes Passagierflugzeug in Osteuropa, gilt jedoch inzwischen als veraltet. Über die Absturzursache ist noch nichts offiziell bekannt, ein Strafverfahren zu deren Ermittlung wurde eröffnet. Eine Kommission des Verteidigungsministeriums zur Ermittlung der Sachlage ist bereits auf dem Weg in die Unglücksregion, eine Hotline für Angehörige der Opfer wurde eingerichtet. Laut der St. Petersburger Onlinezeitung Fontanka waren an Bord der Maschine keine Militärgüter wie Waffen oder Munition.

Foto: Eine Maschine des abgestürzten Typs, Kirill Naumenko, Creative Commons 3.0

Über den Autor

Roland Bathon
Geboren 1970 in Franken und dort seitdem wohnhaft, aber regelmäßig in Russland und mit familiären Banden dorthin. Zum Thema Russland bin ich ursprünglich über meine allgemeine Osteuropa- und Reiseleidenschaft in den 90er Jahren gekommen und habe in den folgenden Jahrzehnten das Land ausgiebig individual kennengelernt. Später habe ich auch mehrere Bücher über Russlandreisen und andere Russlandthemen mit verfasst, bis es mich Mitte des letzten Jahrzehnts mehr und mehr in die Richtung Film, vor allem den Schnitt verschlagen hat. Bei russland.RU seit 2007 zuständig zunächst für den Aufbau und bis heute die inhaltliche Schwerpunktsetzung von russland.TV. Bei Eigenproduktionen meist zuständig für den Schnitt und eine Art Schaltzentrale für viele wichtige Mitarbeiter und Kontakte.