Russische Reaktionen auf den Vergiftungsfall Skripal

Russische Reaktionen auf den Vergiftungsfall Skripal

Der Fall des ehemaligen GRU-Oberst Sergey Skripal ist eine Angelegenheit, mit der Moskau nichts zu tun hat, sagte der russische Präsidentschaftssprecher Dmitri Peskow.

„Wir haben von britischen Politikern oder Regierungsvertretern keine Erklärungen gehört, dass Russland irgendwie in diesen Fall involviert sein könnte. Wir haben verschiedene Unterstellungen in den britischen Medien gesehen, die manchmal in keinster Weise objektiv sind“, sagte Peskow.

„Auf jeden Fall ist das überhaupt nicht unsere Sache. Der vorgenannte russische Staatsbürger hat für einen der britischen Geheimdienste gearbeitet. Der Vorfall ereignete sich auf britischem Gebiet. Dies ist keineswegs eine Angelegenheit, die Russland betrifft, ganz zu schweigen von Russlands Führung.“

Präsident Putin hat den Briten am Montag geraten, erst die Vergiftung des ehemaligen russischen Geheimdienstobersten zu klären, bevor sie den Vorfall mit Russland diskutieren.

Putin wurde von einem BBC-Journalisten gefragt, ob Russland für den Vorfall verantwortlich sei. „Sie sollten zuerst die Dinge vor Ort klären und danach werden wir das mit Ihnen besprechen“, so Putin.

Die russische Botschaft in London teilt mit, dass russische Journalisten im Zuge einer „antirussischen Kampagne“ in den britischen Medien vor dem Hintergrund des Vergiftungsfalles bedroht werden.

„Wir sind empört über die antirussische Medienkampagne, die Druck auf die Ermittlungen ausübt und die britische Bürger mit Zustimmung der Behörden psychologisch beeinflusst. Unsere Staatsangehörige und russischstämmige Briten sind besorgt über ihre Zukunft im Land. Russische Journalisten, die hier arbeiten, haben Drohungen bekommen.“

In der Forschungseinrichtung Porton Down wurde der eingesetzte Nervenkampfstoff ermittelt. Bei der Substanz handele es sich um ein zwischen 1970 und 1980 in der Sowjetunion entwickeltes militärspezifisches Nervengift der „Novichok“-Reihe (russisch „Neuling“). Es ist anzunehmen, dass es in den vergangenen 40 Jahren auch von anderen Geheimdiensten „in Gebrauch“ genommen worden ist.

Am 12. März beriet Premierministerin Theresa May mit dem Nationalen Sicherheitsrat über den Fall. In dem Gremium sind mehrere Minister sowie hochrangige Vertreter der Armee und der Geheimdienste vertreten. Später am Tag verkündete sie vor dem House of Commons, Russland sei „höchstwahrscheinlich“ für den Giftanschlag auf Skripal und seine Tochter verantwortlich. Entweder handele es sich um einen direkten Angriff des russischen Staates gegen Großbritannien, oder die russische Regierung habe die Kontrolle über ihren Nervenkampfstoff verloren, so die Premierministerin.

[hmw/russland.NEWS]

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