Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

Datenschutz-Vorschrift: Google zieht Entwickler aus Russland ab. Daten von russischen Bürgern dürfen nur auf Servern innerhalb Russland gespeichert werden: Dieses neue Gesetz bewegt Google offenbar dazu, seine Entwicklungsabteilung in dem Land zu schließen, berichtet spiegel-online.

In Jekaterinburg hat Außenminister Steinmeier 2008 schon einmal eine programmatische Rede gehalten. Damals erklärte er das Zeitalter der Konfrontation für beendet und bot den Russen eine „Modernisierungspartnerschaft“ an. Drei Monate danach brach der Georgien-Konflikt los, und Steinmeier musste sich anhören, er sei naiv gewesen. Nun ist er ausgerechnet wieder in die Stadt am Ural gekommen, um die Russlandpolitik zu verteidigen – gegen die Verzerrung der russischen Medien, gegen die Kritik aus den eigenen Reihen, gegen die Hoffnung all jener, die ihn gerne gegen Merkel ausspielen wollen. Er fährt an denselben Ort, nur unter völlig anderen Umständen. Jörg Lau und Michael Thuman berichten in Zeit-Online.

US-Präsident Barack Obama hat sich zurückhaltend über neue Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise geäußert und will mit der EU an einem Strang ziehen. Es sei eine Fehlkalkulation, dass die USA die Strafmaßnahmen immer weiter verschärfen könnten, bis der russische Präsident Wladimir Putin seine Politik ändere, sagte Obama am Donnerstag in Washington, berichtet handelsblatt.com.

Ukraine verdoppelt sein Militärbudget, Russland scheint zunehmend geneigt, einen Ausweg aus der Ukraine-Krise zu finden. Die Regierung drängt auf eine rasche Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Unterdessen zieht die Ukraine 40.000 Wehrpflichtige ein, so handelsblatt.com.

Russland kündigt mehr Preiskontrollen an. Großbäckereien und Mühlen wollen einem Zeitungsbericht zufolge die Brotpreise um zehn Prozent erhöhen – trotz guter Weizenernte. Die russischen Behörden haben nun angekündigt vielen Geschäften einen Besuch abzustatten, weiß handelsblatt.com zu berichten.

rp-online schreibt: 90 Prozent der russischen Kulturschaffenden, so schätzen Beobachter, stehen fest zu Wladimir Putin. Sie wissen, dass der Präsident den Bestand ihrer Institutionen schützt, vom Theater über das Museum bis zum Orchester. Und sie wissen, was sie ihm dafür schuldig sind: dann und wann eine öffentliche Bekundung, dass Putins politischer Kurs der richtige sei für das Vaterland. Im Westen schüttelt man zuweilen den Kopf darüber, wozu solche Treue führt.

Seit einem halben Jahr herrscht Schweigen zwischen Moskau und der Nato. Das transatlantische Militärbündnis erhebt schwere Vorwürfe: Kontaktversuche habe Russland abgeschmettert, berichtet spiegel-online.

Als Konsequenz aus den Vorwürfen über systematisches Doping in Russland soll Berichten der „L’équipe“ und des „Guardian“ zufolge nun auch der Direktor der Anti-Doping-Abteilung im Leichtathletik-Weltverband (IAAF) zurückgetreten sein. Der Franzose Gabriel Dollé habe nach einer Befragung durch die Ethikkommission des IAAF sein Amt niedergelegt, meldeten beide Blätter, so n-tv.de.