Presseschau – Ein Blick in andere Zeitungen

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Die durch das russische Importverbot für europäische Agrarerzeugnisse verursachten Verwerfungen haben sich auf den dänischen Schweinemarkt offenbar gravierender ausgewirkt als bislang angenommen, meldet schweizerbauer.ch.

Für die amerikanischen Autoriesen ist Europa derzeit ein Minusgeschäft. Nach General Motors musste auch Ford im dritten Quartal einen dreistelligen Millionen-Verlust bekannt gegeben. Besonders Russland macht den Amis Sorgen.
Die ARD berichtet: Das Schwellenland Russland, das einst als riesiger Absatzmarkt von den Autoherstellern gepriesen wurde, wird zunehmend zur größten Problemzone für die weltweite Autokonjunktur. Im dritten Quartal brach der Absatz von Ford in Russland ein. Vor allem dadurch und durch den starken Dollar weitete sich im Europageschäft der Verlust vor Steuern auf 439 Millionen Dollar aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr.

Europas Finanzkrise, Chinas Wachstumsschwäche, protektionistische Tendenzen in den USA – ob all dieser negativen Tendenzen sehen Schweizer Händler ihre Geschäfte in Gefahr. Ihr Dachverband Schweizer Handel fordert deshalb neue Freihandelsabkommen, insbesondere mit Russland. Die entsprechenden Verhandlungen liegen wegen der Ukrainekrise aber auf Eis.
Für Sanktionen gegenüber dem Land hat der Verband kein Verständnis. Verbandspräsident Jean-Marc Probst glaubt, dass die Maßnahmen sogar von Russlands Präsident Wladimir Putin gewollt seien, weil sie die russische Wirtschaft stärkten, schreibt der Schweizer tagesanzeiger.ch.

Der Schweizer tagesanzeiger.ch meldet auch: Von 28 auf 160 Tonnen in einem Monat: Die Schweizer Käseproduzenten reiben sich ob den Russland-Sanktionen zu Recht die Hände.

handelsblatt.com schreibt. Zentral für eine Entspannung zwischen dem Westen und Russland ist nach Ansicht deutscher Außenpolitiker die Lösung des Krim-Problems. Die Ukraine-Russland-Krise müsse politisch bewältigt werden. „Gegenstand einer politischen Lösung sind neben der Lösung der Krim-Frage am Ende auch die Aufhebung der Sanktionen“, sagte der Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, Karl-Georg Wellmann (CDU), dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Es ist deshalb sinnvoll, wenn wir uns gemeinsam mit der Ukraine Gedanken über die Rahmenbedingungen einer solchen Lösung machen.“

Aus Protest gegen einen Beitritt der Kaukasusrepublik Armenien zu der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion haben Tausende Menschen in der Hauptstadt Eriwan demonstriert. Nach Polizeiangaben folgten am Freitag rund 15.000 Menschen dem Aufruf von drei Oppositionsparteien, meldet das österreichische Wirtschaftsblatt.

Zwei Aussagen des ukrainischen Präsidenten Poroschenko:
„Die Entscheidung über die Kampfeinstellung hat vor allem zur Verteidigungsfähigkeit beigetragen. Wir haben Atem geholt, unsere Wunden geheilt, Reserveeinheiten herangezogen, Waffen und Militärtechnik nachgeschoben und Befestigungsanlagen gebaut. Alle vier Panzerhersteller arbeiten in drei Schichten für die Anti-Terror-Operation. Wir sind heute viel stärker, als vor eineinhalb Monaten“.
und
„Keine Kritteleien – so scharf und schmerzhaft sie auch sein mögen – können mich davon abhalten, nach dem friedlichen Weg aus der gegenwärtigen Situation zu suchen“. Gelesen bei RIA-Novosti.

Der ukrainische Präsidentenberater Juri Luzenko erklärte, die ukrainischen Behörden bräuchten die Waffenruhe im Osten des Landes, um Waffen und Militärtechnik herstellen zu lassen sowie um finanzielle und technische Unterstützung vom Westen in Anspruch zu nehmen. „Wir brauchen einen möglichst langen Waffenstillstand, um hochpräzise (Militär-)Geräte aus eigener Produktion sowie militärische und finanzielle Hilfe aus dem Westen zu bekommen (…) Die Feuerpause und die Einigung auf Frieden kommen uns gerade zugute“, zitiert die Agentur UNN Luzenko am Freitag. Nachzulesen bei RIA Novosti.

Laut Außenminister Sergej Lawrow zieht Moskau das Recht der Ukraine auf die Entwicklung von Partnerbeziehungen zur EU nicht in Zweifel. Es gehe nur darum, dass der Russischen Föderation, ihren Partnern in der Zollunion und allen Mitgliedern des Freihandelszone der GUS, der die Ukraine angehört, dabei kein Schaden zugefügt und keine Umleitungswege für eine zollfreie Einfuhr billiger europäischer Waren geschaffen würden, schreibt RIA-Novosti.

Die Rede Präsident Putins auf der Waldai-Konferenz ist laut Michail Gorbatschow eine der stärksten in seiner ganzen Amtszeit gewesen. „Die Rede war erschütternd. Ich glaube, dass es ein solches Statement seit der ganzen Zeit der Regierung Putins nicht gegeben hat. Vielleich deshalb, weil die Situation dies fordert. In den Hauptzügen bin ich mit allen Gedanken einverstanden, die er geäußert hat“, sagte Gorbatchow zu RIA Novosti.

Norwegen gedenkt der sowjetischen Soldaten in Ehren, die im Kampf für die Befreiung des Nordens des Landes gefallen und in Nazi-Lagern gestorben sind, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am Samstag bei einer Kranzniederlegung am Denkmal für sowjetische Soldaten in Kirkenes sagte. RIA Novosti.