Osteuropa kurbelt deutschen Export an

Weiter hohe Nachfrage in Südosteuropa/ Handel mit der Ukraine gewinnt an Tempo/ Russland-Exporte beenden lange Schwächephase

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Die deutschen Exporte nach Osteuropa haben im Monat August 2016 kräftig angezogen. Insgesamt stiegen die deutschen Lieferungen in die 21 vom Ost-Ausschuss betreuten Länder gegenüber dem August 2015 um fast 16 Prozent. Ungebrochen lebhaft ist die Nachfrage nach deutschen Waren in Südosteuropa: In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres stiegen die Ausfuhren dorthin um zehn Prozent. „Die deutsche Exportwirtschaft profitiert weiterhin vom kräftigen wirtschaftlichen Aufschwung in Südosteuropa und dessen engerer Anbindung an die EU. Die weitere Integration der Region, die der Ost-Ausschuss etwa mit der regionalen Wirtschaftskonferenz in Montenegro in dieser Woche unterstützt, kann hier zusätzliche Impulse geben“, kommentiert Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Harms vor seiner Abreise nach Montenegro die aktuellen Zahlen.

Bei der zweitägigen regionalen Wirtschaftskonferenz in Budva, die der Ost-Ausschuss nach 2014 nun bereits zum zweiten Mal mit der montenegrinischen Wirtschaftskammer organisiert, werden ab Donnerstag 400 Teilnehmer erwartet, darunter Regierungsvertreter aus den Ländern des westlichen Balkans. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Region zwischen Adria und Donau als großen regionalen Investitionsstandort zu stärken“, sagt Harms: „Und die Erfahrung zeigt: Je besser sich der Handel entwickelt, desto besser entwickeln sich langfristig auch die deutschen Direktinvestitionen in der Region.“

Neben der guten Entwicklung in Südosteuropa hat sich auch das Geschäft mit der Ukraine in den vergangenen Monaten spürbar belebt. Bemerkenswert ist zudem der starke Anstieg der deutschen Exporte nach Russland im August um 19 Prozent. Damit scheint der negative Trend der vergangenen drei Jahre zu einem Ende zu kommen. „Die aktuellen Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass der deutsch-russische Handel die Talsohle langsam durchschreitet. Es kommt nun darauf an, diese Tendenz durch positive politische Signale von beiden Seiten zu unterstützen. Diskussionen über neue Sanktionen oder protektionistische Maßnahmen belasten dagegen die vorsichtige Erholung“, sagt Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Harms.

Rechnet man die ersten acht Monate 2016 zusammen, liegen die deutschen Exporte nach Russland aktuell noch um zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Setzt sich der Trend aus dem August fort, könnte zum Jahresende bei den Russland-Exporten noch ein kleines Plus erreichbar sein. Anders sieht es bei den deutschen Importen aus Russland aus, die in den ersten acht Monaten um 19 Prozent zurückgingen.

Die deutschen Lieferungen in die Ukraine stiegen im August sogar um fast 31 Prozent und liegen damit in den ersten acht Monaten um 28 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die deutschen Einfuhren aus der Ukraine gewinnen an Tempo: In den ersten acht Monaten lag das Plus bei vier Prozent, wobei allein im August ein Anstieg um 15 Prozent verzeichnet werden konnte. Gemischt sieht das Bild für Zentralasien und den Südkaukasus aus: Die Ausfuhren in die beiden wichtigsten Märkte Kasachstan und Aserbaidschan, die unter den niedrigen Energiepreisen leiden, sind weiter rückläufig.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist seit 1952 als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Südkaukasus und Südosteuropa. Er begleitet wichtige wirtschaftspolitische Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen mit diesen Ländern und fördert Handel, Investitionen und Dienstleistungstransfers deutscher Unternehmen auf den Märkten der Region.