Obamas Russland-Tipps

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Der Eine geht, der Andere kommt. Der Präsidentenwechsel in den USA wird zwar erst noch vollzogen, der Noch-Präsident im Amt gab Donald Trump, Bald-Präsident in Lauerstellung, allerdings schon einmal gute Ratschläge mit auf den Weg, wie der mit Noch-Erzfeind Russland umzugehen habe. Russlands Außenminister Lawrow indes hat die Faxen mittlerweile dick.

„Die russisch-amerikanischen Beziehungen sind schlecht“, wetterte Sergej Lawrow, der russische Außenminister, gegenüber dem Moskauer Fernsehen. „Wenn Präsident Obama möchte, dass dies so bleibt, ist dies vermutlich nicht im Interesse der amerikanischen Bevölkerung.“ Vernünftig gehandelt habe er in vielen Situationen ja schon, sagt Lawrow mit Blick auf Barack Obama und hofft deshalb, „dass er diesen Teil des Erbes der neuen Regierung in Washington übergeben wird“.

Zuvor wandte sich Obama an seinen designierten Nachfolger, um ihm den Kurs vorzulegen, wie er künftig mit Russland zu verfahren habe. Vor allem wünsche er sich, dass Trump nicht nur eine realpolitische Position beziehen werde, sagte der scheidende Präsident während einer Pressekonferenz in Berlin. Inständig hoffe er, dass Trump nicht einfach nach dem Prinzip „Wir machen einfach Deals mit Russland, selbst wenn das jemandem schaden kann oder internationale Normen verletzt oder kleineren Ländern schadet“ handeln werde.

Ferner hoffe Obama, dass Trump einen konstruktiven Ansatz in den Beziehungen weiterverfolge, aber zugleich bereit sei, deutlich zu machen, wenn unterschiedliche Interessen vorhanden seien. Dies wiederum machte den russischen Außenminister stutzig. Lawrow bezeichnete Obamas Äußerungen als widersprüchlich. „Bei allen Kontakten mit Präsident Wladimir Putin hat Obama betont, dass die bilateralen Beziehungen der Schlüssel zur Lösung etwa des Syrienkonflikts sind“, erinnerte Lawrow.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.