Die Restaurierung des berühmten Melnikow-Hauses im Moskauer Kriwoarbatski-Gässchen ist abgeschlossen. Die Moskauer Denkmalschutzbehörde hat die Ergebnisse der seit 2022 laufenden Arbeiten abgenommen, teilte das Schtschussew-Architekturmuseum mit. Das Hausmuseum ist eine Außenstelle des Museums.
Im Verlauf der Arbeiten wurden die Fassaden restauriert, das Dach erneuert und die historische Aufschrift „Konstantin Melnikow Architekt“ wiederhergestellt. Auch die Innenräume einschließlich des suprematistisch gestalteten Ofens im Wohnzimmer wurden instand gesetzt. Restauriert wurden zudem Gemälde von Konstantin Melnikow und seinem Sohn, dem Maler Viktor Melnikow, sowie weitere Teile der historischen Einrichtung.
Die Einrichtungsgegenstände sollen im Herbst wieder in das Gebäude zurückgebracht werden. Für Besucher soll das Museum Ende 2026 öffnen. Wegen der besonderen Konstruktion des Hauses wird der Zugang auf kleine organisierte Gruppen beschränkt. Im Garten sind eine Freiluftausstellung über das Schaffen Melnikows sowie Vorträge, Workshops und Filmvorführungen vorgesehen.
Konstantin Melnikow errichtete das Wohn- und Atelierhaus zwischen 1927 und 1929 für sich und seine Familie. Das Gebäude besteht aus zwei ineinandergreifenden Zylindern und gilt mit seinen wabenförmig angeordneten Fenstern als eines der bekanntesten Werke der sowjetischen Avantgarde. Seit 2014 steht es als Kulturerbe von föderaler Bedeutung unter Denkmalschutz. In drei Jahren wird das Haus 100 Jahre alt.
Der „Kommersant“ ergänzte seine Nachricht um einen von einem KI-Assistenten zusammengestellten historischen Kontext. Darin werden unter anderem Melnikows ungewöhnliche Bauverfahren, die beweglichen Raumteilungen und die Entstehungsgeschichte des Hauses erläutert. So wird ein nahezu hundert Jahre altes architektonisches Experiment nun auch mithilfe einer Technologie erschlossen, die gegenwärtig selbst noch experimentellen Charakter besitzt.

COMMENTS