Der Juli 2026 war in Russland der wärmste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1891. Nach Angaben des russischen Hydrometeorologischen Zentrums übertraf die landesweite Durchschnittstemperatur den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2010, der 2024 noch einmal eingestellt worden war.
Der neue Höchstwert entstand allerdings nicht durch eine gleichmäßige Hitzewelle im ganzen Land. Ausschlaggebend waren ungewöhnlich hohe Temperaturen im Osten des Föderationskreises Wolga sowie im Ural und in Sibirien. In großen Gebieten lagen die Monatsmittel um zwei bis drei Grad über den langjährigen Vergleichswerten. In der Region Tjumen betrug die Abweichung sogar vier Grad.
Damit verzeichnete insbesondere der asiatische Teil Russlands seinen bislang wärmsten Juli. Im europäischen Landesteil war es dagegen insgesamt vergleichsweise kühl. In einigen Regionen blieben die Durchschnittstemperaturen um mindestens ein Grad unter dem langjährigen Mittel.
Auch die Niederschläge waren regional sehr unterschiedlich verteilt. Im Wolgagebiet, am Ural, in Jakutien sowie in den Regionen Chabarowsk und Primorje fiel teilweise das Zwei- bis Zweieinhalbfache der üblichen Regenmenge. Überdurchschnittlich nass war es außerdem in der russischen Exklave Kaliningrad.
Der Temperaturrekord beschränkte sich nicht auf Russland. Nach Berechnungen des Hydrometeorologischen Zentrums erreichte die Durchschnittstemperatur auf der gesamten Nordhalbkugel im Juli ebenfalls einen neuen Höchststand und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2024. Gleichzeitig verstärkte sich das Wetterphänomen El Niño. Im östlichen Pazifik breiteten sich Gebiete mit zwei bis drei Grad über dem Durchschnitt liegenden Wassertemperaturen deutlich aus.
Bereits der Juni war in Russland der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Im asiatischen Landesteil und am Ural hatte er schon neue Rekordwerte erreicht. Der Juli setzte diese Entwicklung fort – geografisch höchst ungleichmäßig, im landesweiten Mittel jedoch so warm wie kein anderer zuvor.

COMMENTS