Kirgisistan: Fracht-Jumbo stürzt in bewohnte Häuser

Foto: TV-Screenshot
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Ein türkisches Frachtflugzeug ist unweit des Flughafens der kirgisischen Hauptstadt Bischkek in eine Siedlung gestürzt. 28 Einwohner kamen bei dem Unglück ums Leben, darunter 13 Kinder.

Die Flugzeugkatastrophe ereignete sich gegen 7.30 Uhr Ortszeit. Zu diesem Zeitpunkt herrschten am Flughafen Manas wegen Nebels schlechte Sichtbedingungen. Nach einem missglückten Landeanflug stürzte die Frachtmaschine vom Typ Boeing 747-400 etwa zwei Kilometer hinter dem Flughafen in eine auch im Winter bewohnte Datscha-Siedlung. Neben den vier Besatzungsmitgliedern an Bord des Jumbo-Jets starben 28 Menschen, die dort lebten.

Nach Angaben des Vize-Chefs der kirgisischen Zivilluftfahrtbehörde Bakit Dschunuschalijew war die Maschine bei der Landung über die Landebahn hinausgeschossen. Die Piloten hätten versucht durchzustarten und einen neuen Anflug zu versuchen. Doch dies gelang aus noch offenen Gründen nicht. Noch sei unklar, welche Aktionen die Crew bei dem missglückten Landemanöver unternommen habe.

Ein Feld der Verwüstung

Fernsehbilder vom Unglücksort zeigen ein rauchendes Feld der Verwüstung. Flugzeugtrümmer liegen über den Trümmern bescheidener Häuser. Von den 43 Anwesen in der Siedlung wurden 17 völlig und sechs partiell zerstört, zwei brannten aus. Nach Angaben des Katastrophenschutzes starben bei dem Unglück am Boden sechs Männer, neun Frauen und 13 Kinder. Zwölf Bewohner erlitten Verletzungen. Die kirgisische Regierung rief für Dienstag Staatstrauer aus.

Bischkek war nur Zwischenstation

Die schwere Cargo-Maschine der türkischen ACT Airlines flog im Auftrag von Turkish Airlines von Hongkong nach Istanbul. In Bischkek war eine Zwischenlandung geplant. Nach dem Absturz wurde der Flughafen für etwa acht Stunden komplett gesperrt.

Die türkische Regierung hat Kirgistan ihr Beileid ausgedrückt und „jede erdenkliche Hilfe“ zur Bewältigung der Unglücksfolgen angekündigt, Auch wurden von Ankara zwei Spezialisten abgestellt, die an der Untersuchung des Absturzes teilnehmen sollen.

2008 war drei Kilometer vom Flughafen Manas entfernt eine iranische Boeing 737 abgestürzt. Dabei gab es 68 Tote. Die Crew hatte nach dem Start ein technisches Problem gemeldet und versuchte noch, zur Landebahn zurückzukehren.

[ld/russland.NEWS]

Über den Autor

Lothar Deeg
Lothar Deeg geboren 1965 und gebürtig aus Bad Mergentheim. 1991 infizierte ich mich als frisch gebackener Diplom-Journalist auf einer Reise nach Wladiwostok mit dem Russland-Virus. Rudimentär mit VHS-Russischkenntnissen ausgestattet hängte ich 1994 meinen Redakteursposten beim „fliegermagazin“ an den Nagel und siedelte von München nach St. Petersburg um. Dort schreibe ich seitdem als freier Journalist über alles, was mir aus Stadt und Land berichtenswert erscheint – unter anderem als Korrespondent des epd und des Logistik-Fachblatts „Verkehrsrundschau“. Momentan arbeite ich an meinem dritten und vierten Reiseführer über St. Petersburg. Meine Lieblingsjobs sind aber Städte- und Personenporträts für das Bordmagazin der Airline Swiss.