Janukowitsch wandte sich mit einem Brief an Spitzenpolitiker

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Der ehemalige Präsident der Ukraine Viktor Janukowitsch hat den führenden Politikern der Welt einen Brief geschrieben, in dem er seine Sicht auf die Ereignisse auf dem Maidan darlegt und Maßnahmen zur Beilegung der ukrainischen Krise vorschlägt.

Adressaten seines Schreibens waren Wladimir Putin, Donald Trump, Frank-Walter Steinmeier und François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Präsident Polens Andrzej Duda, der Generalsekretär des Europarats Turbjörn Jagland und der Präsident des europäischen Parlaments Antonio Tajani.

„Ich möchte Sie über bestimmte Tatsachen informieren, die in der Ukraine im Februar 2014 stattgefunden haben und zu einer Eskalation des bewaffneten Konflikts im Herzen Europas führten. Diese Ereignisse müssen unbedingt objektiv richtig beurteilt werden, sowohl in der Ukraine als auch auf internationaler Ebene“, schreibt Janukowitsch.

Er sei der Meinung, dass nur konsequenter politisch-rechtlicher Zwang auf die ukrainische Führung zur Erfüllung der Minsker Vereinbarungen sowie zu qualitativen Veränderungen im gesellschaftlich-politischen Leben der Ukraine führen kann.

„Im Falle der Nichterfüllung der aktuellen Minsker Vereinbarungen durch die ukrainischen Machthaber müssen Sie auf die Durchführung eines Referendums über den Status des Donbass drängen.“

Außerdem schlägt er vor, in die Verhandlungen im Normandie-Format Vertreter der selbsternannten Republiken im Donbass einzubeziehen.
Er fordert die Adressaten seiner Botschaft auf, eine Sonder-Kommission des Europarates für die Überwachung der Untersuchung der Verbrechen auf dem Maidan einzurichten.

„Frieden und Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine wiederherzustellen, ist nur möglich nach einer objektiven und offenen Aufarbeitung der tragischen Ereignisse vom Februar 2014, die den Anstoß gaben für eine weitere Eskalation des Konflikts, den Bürgerkrieg in der Ukraine“, sagte er.

[HH/russland.news]

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.