Gorbatschow: USA gehen inkorrekt vor

Der Ex-Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow ist der Ansicht, dass die USA in Europa und im postsowjetischen Raum „inkorrekt“ vorgehen. „Vieles in Europa und im postsowjetischen Raum löst Bedenken aus. Unsere amerikanischen Freunde gehen da inkorrekt vor – das ist ein mildes Wort“, sagte Gorbatschow auf einer Pressekonferenz in Moskau am Rande des Weltkongresses der Zeitungsverleger.

Aus Privatgesprächen mit US-Vertretern wisse er, die USA befürchten, dass Moskau „das Imperium wiederaufbauen“ wolle, erzählte der Ex-Präsident der Sowjetunion. „Diese Befürchtungen entsprechen keinesfalls der Realität“, versicherte er.

Heutzutage halten einige Staaten Russland für schwach und stellen gerne sich hinter die Amerikaner, konstatierte er. „Aber die Russen, die Europäer und die Amerikaner haben keine prinzipiellen Differenzen“, urteilte Gorbatschow. Ihm zufolge müssten die Seiten es lernen, sowohl in europäischen Angelegenheiten als auch im postsowjetischen Raum zusammenzuwirken. „Das ist um so wichtiger, als sich die Welt neu ordnet, wir stoßen auf gemeinsame Probleme wie Sicherheitsrisiken, Armut oder Umweltbelastung“, stellte Gorbatschow fest. Alle Mißverständnisse zwischen den Staaten sind über kurz oder lang überwunden, sagte er überzeugt. „Das ist die Sache der Zeit. Wir schaffen das. Wir sind optimistisch.“

Obwohl Russland den Status der Supermacht eingebüßt habe, sei es nach wie vor eine der größten Mächte der Welt, meinte der ehemalige sowjetische Staatspräsident. „Unser Land ist dazu verdammt.“