„Gib mir mein Königsberg zurück“

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[Von Uwe Niemeier] – Der Themenkomplex „Germanisierung des Kaliningrader Gebietes“ hält sich stabil in den russischen, sowohl föderalen, wie auch den regionalen Kaliningrader Medien. Die Meinungen in der Gesellschaft sind vielfältig.

In seinem „Drang nach Osten“ verkalkulierte sich das alte Rom ein wenig. Man traf auf eine Stärke, die der römische Kaiser Augustus wohl unterschätzt hatte und Quintilius Varus, sein Statthalter, verlor in der Schlacht um Germanien alle seine Legionen und schwächte damit das gesamte Römische Reich erheblich. Überliefert ist der verzweifelte Ausruf des römischen Kaisers, nachdem er Kenntnis von der schweren Niederlage erhalten hatte: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder.“ Ein unnützer Ausruf natürlich, denn diese Legionen konnte man nicht zurückgeben – sie waren für immer verloren.

Ähnliches kommt mir in den Sinn, wenn ich die Diskussionen um eine Germanisierung Kaliningrads sehe und höre. Der imaginäre Ruf: „Putin, gib mir mein Königsberg zurück“ ist genauso ohne praktischen Nutzen, wie die Rufe „Heil Hitler“ von ewig Gestrigen, denn Hitler ist nicht Heil, Hitler ist kaputt. Und Kaliningrad ist nicht Königsberg, auch wenn es auf den Fundamenten dieser Stadt, nach den Zerstörungen durch die Engländer im August 1944, durch sowjetische Bürger wieder errichtet wurde.

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