Frischer Wind auf der Seidenstraße

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Berliner Regierungsberater ziehen eine strategisch angelegte Kooperation mit China in Zentralasien in Betracht. Anstatt sich auf eigenständige Einflussoperationen zu beschränken, solle man „einen intensiveren Dialog“ mit Beijing darüber führen, „inwiefern sich Ziele gemeinsam verfolgen ließen“, heißt es in einer aktuellen Studie der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Auf diese Weise könne „die EU ihren außenpolitischen Zielen in der Region Nachdruck verleihen“. Hintergrund ist das bisherige Scheitern des Versuchs, den Einfluss Deutschlands und der EU in den fünf früheren Sowjetrepubliken von Turkmenistan bis Tadschikistan signifikant auszuweiten. Exemplarisch deutlich wird dieses Scheitern beispielsweise in Tadschikistan. Während Russland und China in dem Land ökonomisch dominieren und dort jetzt – parallel zu den Vereinigten Staaten – auch ihre militärischen Aktivitäten intensivieren, spielt Berlin trotz aller Bemühungen nur auf den Feldern der humanitären und der Entwicklungshilfe eine eigenständige Rolle.

Prinzipiell sind die Voraussetzungen für deutsche Einflussversuche in Tadschikistan nicht günstig. Der „Handelsaustausch zwischen den beiden Ländern ist gering“, vermerkt das Auswärtige Amt trocken. Mit Lahmeyer International (Bad Vilbel) hat sich ein deutsches Unternehmen an einem Weltbankprojekt zur Landprivatisierung in Tadschikistan beteiligt – allerdings schon vor langer Zeit (von 2002 bis 2004). Die tadschikische Währung, der Somoni, wird in Deutschland gedruckt – bei der Firma Giesecke und Devrient (München). Im April dieses Jahres besprachen Vertreter des Auswärtigen Amts mit Abgesandten des tadschikischen Außenministeriums die zukünftige Ausbildung tadschikischer Diplomaten – aus deutscher Sicht eine Möglichkeit, über die Ministerialbürokratie einen gewissen Einfluss auf die Politik des Landes auszuüben.

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