Der russische Kulturskandal: der nächste, bitte!

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Die Oper Tannhäuser von Richard Wagner auf  der weiten Nowosibirsker Bühne hat für  föderalweiten Wirbel gesorgt.

Die Zuschauer, die «in ihren Gefühlen beleidigten» Einwohner der sibirischen Metropole, die einfachen und nicht besonders einfachen Christen, hohe Beamten und das hohe Gericht, sogar der Pressesprecher des russischen Präsidenten Peskow, alle wollen und müssen ihre Meinungen zum Ausdruck bringen.

Wenn es mit dem Schicksal der Aufführung unter der harten Regie des neuen Direktors Wladimir Kechmann schon alles mehr oder weniger klar ist, so bleibt die Frage, was wird  mit dem Unruhestifter passieren. Wird er vielleicht die große Bühne in der russischen Metropole, also des Bolschoi-Theaters ersiegen oder doch wegen der Obstruktion den staatlichen Brettern fernbleiben sollen – wer weiß.

In Russland hängt es sehr oft davon ab, welche Laune in dem Moment „da oben“ herrscht.

Aber viel interessanter bleibt, in welche Richtung die Tendenz rollen wird und wer bitte der nächste ist.

Die Opern von  Wagner werden in Russland eher rar inszeniert, das ist die profane Statistik.  Aber gerade dieser Komponist war und bleibt  Beweis dafür, dass die Oper bis in heutiger Zeit lebendig ist und die alte Klassik brisant und intellektuell  bleiben kann. Die Israelis können wohl hier ihre Meinung haben, jedoch jeder hat ein Recht für seinen Wagner.

Nicht zu vergessen aber, dass der große deutsche Komponist Wagner sein ganzes Leben lang sowohl politisch, wie auch moralisch kein Musterknabe war. Man spricht und schreibt Bände über seine revolutionären Aufschwünge, von seiner Reform des damaligen «dekadenten» Theaters bis zu den nationalistischen Phantasien von der totalen Einheit eines Volkes und antisemitischen Ressentiments.

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