BVB-Anschlag: Nicht IS, sondern russland-deutscher Börsenspekulant?

Foto: Peter F. CC BY 2.0 via Flickr
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[von Ralf Streck] – Ein Deutsch-Russe wurde festgenommen, der auf fallende Kurse der BVB-Aktie gewettet haben soll.

Viel wurde nach dem Anschlag mit drei Bomben auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) vor dem Spiel gegen den AS Monaco über die Täterschaft spekuliert. Da wurde auf merkwürdige Bekennerschreiben verwiesen, die in der Nähe des Tatorts gefunden wurden, die auf einen islamistischen Hintergrund hindeuten sollten. Auch eine ganz offensichtlich gefakte Bekennung einer angeblichen Antifa, die aus rechtsextremen Kreisen stammen dürfte, wurde munter breitgetreten. Dabei wurde das Schreiben schnell von Indymedia-Linksunten als Fake aussortiert und das wurde auch schnell ausgiebig begründet.

Aber der Plot, der sich nach der Festnahme eines Deutsch-Russen abzeichnet, könnte eigentlich eher aus der Feder von Thriller-Autoren wie Henning Mankel, Jo Nesbø oder Petros Markaris stammen, die sich ähnliche Vorgänge schon ausgemalt haben. Die Ermittler gehen nun nämlich davon aus, dass an der Börse das große Geld über den Anschlag gemacht werden sollte, indem die Kurse der BVB-Aktie über den Anschlag manipuliert werden sollten.

Die Ermittler haben deshalb am frühen Freitag den 28-Jährigen im Raum Tübingen von der GSG9 festnehmen lassen. Es soll inzwischen insgesamt vier Razzien in Baden-Württemberg gegeben haben, Komplizen soll es keine geben. Auf die Spur von Sergej W seien die Ermittler gekommen, weil er im gleichen Hotel mit der BVB-Mannschaft einquartiert war und am Tag des Anschlags ein größeres Börsengeschäft über die IP-Adresse des Hotels abgeschlossen haben soll.

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