Ausblick: Konflikt in der Ostukraine

Was charakterisiert unsere Wahrnehmung des Konflikts in der Ostukraine zu Jahresbeginn? Da ist einmal der Eindruck, beide Seiten, Kiew und die Separatisten, hielten sich an den vor Monaten in Minsk vereinbarten Waffenstillstand.

Der Grund dafür, so Beobachter vor Ort, sei die erfolgreiche Disziplinierung (oder auch Absetzung) einer Reihe schwer kontrollierbarer, teils extremistischer Frontkommandeure. Für die Aufständischen betrifft das Truppenführer wie Igor Strelkow, Igor Bes und Nikolaj Kosizyn, die sich heute in Russland aufhalten sollen (DRWN berichtete). Die Ukrainer ihrerseits haben die rechtsextremen Milizen (Bataillon Asow u.a.) enger an die Kandare genommen.

Aspekt Nummer zwei ist die Entscheidung der Kreml-Führung aus dem Sommer 2014, das Projekt eines unabhängigen Staates Noworossija aus Teilen der Süd- und Ostukraine nicht länger zu verfolgen. Der im Westen bisweilen noch zu hörende Vorwurf, Moskau beabsichtige die direkte Annektion ostukrainischer Gebiete, ist seit dem Frühjahr 2014 hinfällig. Um eine Annektion erfolgreich umzusetzen, hätte sie – wenn überhaupt – in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Sezession und dem darauf folgenden Anschluss der Krim an Russland erfolgen müssen.

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