WM 2018: Tunesien und Marokko ebenfalls in Russland

Mit Tunesien und Marokko stehen nun sämtliche afrikanischen Teilnehmer bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland fest. Während sich die einen nach Russland gezittert haben, konnten die anderen souverän auf dem Rasen glänzen und schafften nebenher noch ein historisches Ereignis.

Leicht war der Weg nach Russland für das tunesische Nationalteam nicht gerade. Der Afrika-Meister aus dem Jahr 2004 konnte in der Afrika-Qualifikationsrunde A lediglich gegen Guinea glänzen, alle anderen Partien fielen denkbar knapp für das kleinste der nordafrikanischen Länder aus. Ein mageres 0:0 Unentschieden gegen Libyen sicherte schlussendlich doch noch den ersten Platz in der Gruppe.

Es ist nicht die erste WM-Teilnahme für die „Adler aus Karthago“. Viermal nahmen sie bereits an einem FIFA-Endrundenturnier teil, zuletzt bei der WM 2006 in Deutschland. Die Ausbeute ist bis dato jedoch mager. Noch nie kamen sie über die Vorrunde hinaus. Nächstes Jahr will es die Mannschaft des tunesischen Nationaltrainers Nabil Maaloul besser machen. Man darf gespannt sein, ob die ehrgeizigen Pläne umgesetzt werden können.

Auch für Marokko ist es die fünfte WM-Teilnahme in der Geschichte seines Fußballs. Bis gestern jedoch klaffte in dieser Geschichte eine eklatante Lücke von zwanzig Jahren. Das letzte Mal, dass sich die marokkanische Nationalmannschaft für eine Endrunde des Turniers qualifizieren konnte, war 1998. Immerhin schafften es die Marokkaner schon einmal weiter als nur bis in die Vorrunde. 1986 schieden sie erst im Achtelfinale gegen den späteren Finalisten Deutschland aus.

Gestern setzten die „Löwen vom Atlas“ mit einem 2:0 Sieg beim direkten Mitkonkurrenten und Favoriten Elfenbeinküste ein deutliches Ausrufezeichen. Die entscheidenden Tore zum Gruppensieg erzielten der Legionär in Diensten vom türkischen Süper Lig-Verein Fenerbahçe Istanbul, Nabil Dirar, und Mehdi Benatia, der einst bei Bayern München in Diensten stand. Tatkräftig unterstützt wurden die beiden bei ihren Treffern allerdings durch den Torhüter der Gastgeber, der eine mehr als schwache Partie ablieferte.

Zu turbulenten Szenen kam es nach dem Schlusspfiff indes nicht nur in der Heimat der beiden erfolgreichen Mannschaften, sondern auch übergreifend in anderen europäischen Städten. Regelrechte Ausnahmezustände herrschten nach den Begegnungen in Brüssel, Amsterdam und Paris. In der belgischen Hauptstadt musste die Polizei Wasserwerfer gegen eine Gruppe von rund 300 Menschen einsetzen, um der Lage Herr zu werden. Bei den Ausschreitungen ging ein Auto in Flammen auf.

[mb/russland.NEWS]