WM 2018: Der Wolf – Das Maskottchen steht fest

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Nun ist es amtlich. Das offizielle Maskottchen zur Fußball-Weltmeisterschaft ist ein Wolf. Dieser Entscheidung ging eine Internet-Abstimmung des russischen Volkes voraus, bei der drei Vorschläge zur Auswahl standen. Das Ergebnis der Wahl verkündete der russische Fußballfunktionär Witali Mutko.

Die Katze, der Tiger und der Wolf. Das waren die drei Kandidaten zur Wahl der Endausscheidung des Talismans, der die WM offiziell begleiten wird. Aufgeweckte Symbolfiguren, die von Kunst- und Designstudenten kreativ im Comic-Stil in Szene gesetzt wurden und die die herausragenden Fähigkeiten des Fußballspiels mit den typischen Charakteristika des Landes symbolisch miteinander verbinden.

Offenbar erfüllt für die Russen der Wolf diese Bürde am trefflichsten. „Er ist flauschig und hat wirklich nette Augen“, sagt die angehende Künstlerin Jekaterina Botscharowa bescheiden über ihre Schöpfung. Da sie selbst einen Hund zuhause habe, der dem Gewinner sogar ein wenig ähnlich sehe, fiel ihr die Wahl des Tieres, das sie zu Papier brachte, natürlich nicht schwer. Mit seiner breiten Sportbrille und seinen Dribbelkünsten wirkt er aber auch einfach nur cool, der „Sabiwaka“, wie er getauft wurde. Insgeheim interpretiert man das Wolfsgeheul, das am Ende des Präsentationsvideos ertönt, wohl auch mit dem Torjubel, der die russische „Sbornaja“ das Turnier über begleiten soll.

Wolf auf Torejagd

Die Abstimmung, an der sich mehr als eine Million Russen beteiligten, wurde im Rahmen einer bunten Show im russischen Staatsfernsehen präsentiert. Pate der Veranstaltung war übrigens der brasilianische Weltstar und Ex-Profi Ronaldo. Er wünschte sich, dass „Sabiwaka“ die gleiche Beliebtheit widerfährt, wie seiner Zeit das Gürteltier „Fuelco“, dem Botschafter der vorangegangenen WM in Brasilien.

Davon kann man schon jetzt ausgehen. Der Siegerwolf sicherte sich mit stolzen 52,8 Prozent aller abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit. Der Tiger im Astronautenanzug kam auf 26,8 und die Katze auf 20,4 Prozent in der Wählergunst. Sehr zum Leidwesen von Viktor Tschischikow, dem Künstler, der den Braunbären „Mischa“ für die Olympischen Sommerspiele 180 in Moskau kreiert hatte und die Katze favorisierte. Katzen seien für ihn die Helden der russischer Märchen sowie der russischen Folklore. Aber, wie er sagt, erwarte Sportminister Mutko ohnehin, dass der Wolf „Sabiwaka“ ebenso ins nationale Gedächtnis eingehen werde, wie Bär „Mischka“.

„Sabiwaka“ reiht sich durch seine Kür in die Reihe der seit der WM 1966 in England erstmals eingeführten WM Maskottchen. 14 Aushängeschilde für 14 Fußball-Weltmeisterschaften, die einmal mehr, aber auch mitunter weniger gelungen waren. Wir finden, dass der russische Vertreter, nun schon der 15. seiner Art, eine gute Figur abgibt, im Reigen von Chilischoten, Plüschgockeln und koreanisch-japanischen Teletubbies. Jetzt muss „Sabiwaka“ nur noch seinem Namen gerecht werden. Der bedeutet übersetzt in etwa „Der einen Treffer erzielt, der trifft“ – man wird es sehen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.