Wessen Cyborg-Armee wird die Welt beherrschen?

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Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Frage zur Weltherrschaft wird schon bald die sogenannte künstliche Intelligenz sein. Roboter, die auf Grund ihrer Vorprogrammierung in der Lage sein werden, eigenständig zu handeln. Was bis vor kurzem noch im Science-Fiction-Genre angesiedelt war, bekommt mehr und mehr reale Formen und es scheint nur eine Frage der Zeit, bis sich die Cyborgs auf den Schlachtfeldern tummeln werden.

Nun warnt der russische Präsident vor den unvorhersehbaren Risiken dieser denkenden Killermaschinen. Am Freitag gab Putin im Rahmen eines Besuchs zum ersten Schultag in Jaroslawl den Schülern deutliche Worte mit auf den Weg: „Derjenige, der zum Spitzenreiter in diesem Bereich wird, wird der Herr der Welt werden!“ Er selbst würde dies aber gar nicht wollen, fügte Putin schnell hinzu, sondern besann sich seiner Tugenden.

Kolossale Möglichkeiten gäbe es durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, erklärte er, aber auch schwer vorhersehbare Gefahren. Wenn wir, damit meinte er die Russen, Spitzenreiter in dem Bereich werden sollten, würde er diese Technologien natürlich sofort mit der ganzen Welt teilen und verwies auf gemeinsame Atomtechnologien. Um allerdings nicht am Ende der Schlange stehen zu wollen, müsse man schon heute damit beginnen, daran zu arbeiten, so seine kindgerechte Botschaft an den Nachwuchs.

Vor den Gefahren warnt auch der SpaceX-Gründer und Telsa-Chef Elon Musk und stellt sich damit an Putins Seite. Auch er warnte bereits vor der unregulierten Forschung an der künstlichen Intelligenz und bezeichnete sie als derzeit größte Gefahr für unsere Zivilisation. Allerdings würden seine Warnungen nicht ernst genommen, klagte er, solange noch keine Roboter durch die Straßen liefen und Menschen umbrächten.

Deshalb fordert Musk schon jetzt, eine Regulierung der KI-Forschung durchzusetzen, bevor es zu spät sei. Auch Wladimir Putin muss sich eingestehen, dass es bereits Staaten gibt, die seinem Land technologisch überlegen sind. Allerdings steht zu befürchten, dass diese ihre Errungenschaften nicht edelmütig mit Russland teilen wollen, sondern schlichtweg für ihre eigenen Interessen einsetzen werden.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.