Wenn das Schule macht

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Der russische Biophysiker Alexej Karnauchow hat jahrelang das Altern erforscht.

Das Altern des Menschen ist begründet in dem Altern der einzelnen Zellen. Im Laufe der Jahre sammeln sich in jeder Zelle zerstörte und beschädigte Gene (DNS), die die Funktionsfähigkeit der Zelle verringern, d.h. die Zelle und damit der ganze Mensch altert.

Seine Überlegung war, dass dieser Alterungsprozess verlangsamt wird, wenn dem Menschen junge „saubere“ Zellen zur Verfügung stünden.

Um das zu überprüfen hat er ganz jungen Mäusen etwas Rückenmark (verantwortlich für die Bildung von Zellen) entnommen und eingefroren. Wenn die Mäuse älter geworden waren, hat er das eingefrorene Mark den Mäusen wieder implantiert und gewartet, ob diese Mäuse länger leben als die „unbehandelten“. Tatsächlich haben diese Mäuse 34 % länger gelebt.

An sich selbst will er nun die Probe aufs Exempel machen. Die Operation zur Rückenmarksentnahme ist problemlos. Wenn er 65 Jahre alt ist, wird er das entnommene Mark wieder implantieren lassen.
Er geht davon aus, dass sein Körper dann nur 55 Jahre alt ist und er im Endeffekt 10 Jahre länger leben wird, als es ihm ursprünglich bestimmt war.
(Hanns-Martin Wietek/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.