Vaclav Klaus kritisiert die Russlandpolitik der EU scharf

Staatspräsident a. D. Vaclav-Klaus-am-Freitag-am-Management-Center-Innsbruck.-(c)-MCI

Es ist ein Phänomen, dass viele große Staatsmänner a.D. die Russlandpolitik der EU, je nach ihrem Naturell schärfer oder verhaltener, kritisieren und die heutigen Politiker so tun als ob diese, die da warnen, Luft oder alte Trottel wären.
Und die Situation verschlechter sich rapide.

In die Reihe der Warner gehört seit vielen Jahren schon der tschechische Staatspräsident a. D und Ministerpräsident a. D. Vaclav Klaus – und mit seinen Prognosen und Warnungen hat er bisher immer Recht gehabt.

Am 6. März hielt er im Management Center Innsbruck – einem privatrechtlich organisierten, aber weitgehend im öffentlichen Eigentum stehenden Hochschulzentrum – eine bemerkenswerte Rede zur Entwicklung Europas »Wohin steuert Europa«, in der er auf seine Rede von 2006 Bezug nahm und nicht mit Kritik an der Europapolitik der vergangenen Jahre sparte.

In einem Interview befragte ihn Floo Weißmann von der Innsbrucker Tageszeitung zu seiner Meinung über die Ukraine-Krise und über die Rolle, die der Westen und Russland darin einnehmen, und wie es überhaupt zu dieser Krise kommen konnte.

„Ich gehöre zur Minderheit von Politikern, Journalisten und Intellektuellen, die meinen, dass der Druck vom Westen gekommen ist. In dieser Hinsicht ist Russland nicht schuldig. Was Russland gemacht hat, ist für mich eine Reaktion, ein erzwungener Zug“.

Auf die Frage, ob Russland auch gezwungen gewesen sei, militärisch zu reagieren, wies er darauf hin, dass Amerika damit begonnen habe. „Amerika war der Impulsfaktor – zusammen mit verschiedenen europäischen Politikern.“ Und begonnen hätten sie „durch die Organisation des Maidan. Auf der einen Seite war das ein einheimischer Aufstand. Es gab bestimmt eine dramatische und notwendige Unzufriedenheit mit der Situation in der Ukraine. Die andere Seite sind die Einmischungen des Auslands – das Finanzieren von NGOs in der Ukraine und das alles. Was am Maidan ein paar Monate dauerte, war kein authentischer Volksaufstand, sondern das wurde vom Westen organisiert“.