USA Sanktionen gegen Russland verursachen Probleme für Astronauten

Kein Rückkehrplan für die amerikanischen Astronauten

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(aktualisiert 2. April) Am 27. März hat das US-Außenministerium die Erteilung von Genehmigungen für die Ausfuhr von Dual-Use-Gütern an Russland nach eigenen Angaben eingestellt.

„Für den Export von Erzeugnissen, die auch zu militärischen Zwecken genutzt werden können, nach Russland, werden keine Lizenzen mehr erteilt“, teilte Ministeriumssprecherin Marie Harf am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Washington mit. Zuvor berichtete die „Foreign Policy“, dass US-Handelsministerium die Vergabe von Lizenzen an US-Unternehmen für den Verkauf von Dual-Use-Gütern nach Russland eingestellt hatte, obwohl Washington die geplanten Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht geltend gemacht hat.

Probleme mit Hardware

Schon bei dem letzten Flug zur Raumstation ISS stellten sich Probleme ein. Das Andocken des Raumschiffs „Sojus TMA-12M“ mit der neuen Besatzung an die Internationale Raumstation musste wegen einer Abweichung von der berechneten Flugbahn für zwei Tage verschoben werden.

Andrej Krassilnikow, Kommentator des Magazins „Neuheiten der Kosmonautik“, vermutete einen Fehler in der Software des neuen Kopplungsverfahrens.

„Das könnte auf einen Fehler in der Software zurückgehen. Das neue sechsstündige Kopplungsverfahren ist erst seit dem vorigen Jahr im Einsatz. Bei Notsituationen wird somit das alte, zweitägige Verfahren automatisch angeschaltet. Aus diesem Grund gibt es am Bord des Raumschiffes Lebensmittelvorräte sowohl für zwei als auch für vier Tage.“

Wie sich aber jetzt herausstellte sind Hardwareprobleme schuld an dem missglückten Kopplungsmanöver.

Leider fallen Komponenten der auszuwechselnden Hardware genau unter die am 27. März vom US-Außenministerium verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland.

Wer holt die Astronauten ab?

Damit dürfte es eng werden für die auf der ISS ausharrenden Astronauten. Russland, die einzige Nation die die ISS permanent versorgen kann und auch den Transport der Astronauten und Kosmonauten übernehmen kann, hat nur noch die Möglichkeit ihre eigenen drei Kosmonauten Alexander Skwortsow, Oleg Artemiew und Michail Tjurin mit der letzten verbliebenen Kapsel herunterzuholen.

Was mit den beiden  US-Astronauten Steven Swanson und Rick Mastracchio, sowie mit dem Japaner Koichi Wakata passieren soll ist unklar. Die USA haben keinen funktionsfähigen Shuttle mehr, Die Russen können wegen der Sanktionen kein Raumschiff in naher Zukunft starten.

Letzte Rettung China

Der russische Außenminister Lawrow und sein US-Amerikanischer Kollege Kerry haben in Paris nicht nur über die angespannte Lage in der Ukraine gesprochen, sondern verhandelten auch über eine Beilegung der Sanktionen, damit die Möglichkeit besteht, die verbleibenden Astronauten aus der ISS zur Erde zurück zubringen. Bisher wurde keine Einigung erzielt.

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping bot auf seiner Europatour an, dass China bereit wäre mit seiner bemannten Rakete Shenzhou die verbliebenen Astronauten zu bergen.

Ein später Triumph für China, das wegen Bedenken der USA nicht an der Internationalen Raumstation ISS beteiligt ist.

Nun wird auch dieser Artikel in unsere 1.April-Rubrik wandern. Wer lesen möchte, was wir die letzten Jahre so am 1.April verzapft haben, ist hier gut bedient. 1.April Storys bei russland.RU>>>