USA fordern Ukraine zum Dialog mit Moskau auf

Der ukrainische Präsident Poroschenko habe sich bei seinem Besuch in Washington beeilt und bemüht, seine Position für den G20-Gipfel vorzubereiten, schreibt die »Nesawissimaja Gaseta«.

Sein Ziel sei es gewesen sicherzustellen, dass die westlichen Staatsmänner bei dem Gipfeltreffen den Konflikt in der Südostukraine als eine „russische, bewaffnete Aggression“ anerkennen. Allerdings sei die Position Trumps nicht eindeutig klar geworden, diese werde sicher erst nach Trumps Gespräch mit Putin beim G20-Gipfel deutlich werden.

Trump und Poroschenko besprachen eine friedliche Lösung des Konflikts im Südosten der Ukraine und sie besprachen auch die Reformen der ukrainischen Führung und den Kampf gegen die Korruption. Allerdings glauben die von der Zeitung in Kiew interviewten Experten, dass die USA an der Entwicklung und am Wohlstand der Ukraine nicht um ihrer selbst willen interessiert sind, sondern nur im Kontext US-amerikanischer Interessen.

„Trump ist eine praktische Person, ein Geschäftsmann, er wird nichts verschenken. Wenn er etwas in eine Angelegenheit investiert, erwartet er etwas im Gegenzug“, sagte die Quelle der »Nesawissimaja Gaseta« und fügte hinzu, dass die Unterstützung der Ukraine ein Glied in einer langen Kette von amerikanischen Entscheidungen sein könnte, die darauf abzielen, bestimmte globale Ergebnisse zu erzielen. „Das ultimative Ziel kann sein, eine Vereinbarung mit Russland zu erreichen, dafür müssten aber die Amerikaner wahrscheinlich zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in der Ukraine beitragen“, fügte der Experte hinzu.

Für die US-Regierung sei Poroschenko kein „Pflegekind“, das „geschützt“ und „gefüttert“ werden muss, sondern ein Rädchen in der Maschine amerikanischer Interessen, das richtig arbeiten muss oder ersetzt wird, meinte der Informant der Zeitung.

Die wirtschaftliche Situation in der Ukraine hänge von der erfolgreichen und ehrlichen Arbeit der ukrainischen Regierung und einer schnellen und friedlichen Lösung des Konflikts in Donbass und der wirtschaftlichen Situation ab. „Um den Konflikt zu beenden muss eine gemeinsame Sprache mit Russland gefunden werden, die wiederum eine Menge Probleme in der Welt und speziell in Europa lösen würde. Dies ist eine Aufgabe für die Führung einer Supermacht, die sich nicht mit den Problemen von Poroschenko beschäftigt“, erklärte der Experte.

Als Ergebnis dieses Treffens scheine folgende Prognose realistisch zu sein: Washington beabsichtigt nicht, Zeit mit außenpolitischen, strategischen Plänen verschwenden zu wollen. Es wolle, dass sich die ukrainische und die russische Führung an den Verhandlungstisch setzen.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.