Ukrainischer Geheimdienst durchsucht Yandex

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Russlands größtes Internet-Unternehmen hat mitgeteilt, dass der ukrainische Geheimdienst SBU die Büros des Unternehmens in Kiew und Odessa durchsucht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte das Unternehmen keinen Anhaltspunkt, weshalb die Durchsuchungen stattfanden.

Die Sprecherin des SBU, Elena Gitlyanskaya, erklärte, dass die Durchsuchungen auf der Grundlage von Artikel 111 des ukrainischen Strafgesetzbuches „Hochverrat“ durchgeführt werden. Bei einem Schuldspruch können bis zu 15 Jahre Gefängnis und die Beschlagnahme von Eigentum verhängt werden.

Am 16. Mai hat der ukrainische Präsident Pjotr ​​Poroschenko eine erweiterte Schwarze Liste, bestehend aus 1.228 russischen Einzelpersonen und 468 Unternehmen unterzeichnet. Eine Reihe russischer Duma-Abgeordneter, Richter des russischen Verfassungsgerichts, Journalisten und Fernsehsender wurden dieser Schwarzen Liste hinzugefügt. Außerdem wurden Sanktionen gegen die russischen sozialen Netzwerke VKontakte und Odnoklassniki sowie auf mail.ru und das Internet-Unternehmen Yandex verhängt.

Die verbotenen russischen Internet-Unternehmen haben ein sehr großes Publikum in der Ukraine. Yandex, das seit 2005 in der Ukraine ist, sagte, es habe etwa 11 Millionen ukrainische Nutzer.

Das Unternehmen erklärte, dass die Sanktionen nicht ihm, sondern vor allem den ukrainischen Nutzern schaden werden.

Kiew behauptet, die russischen sozialen Netzwerke würden „illegal Informationen sammeln, Propaganda betreiben, Agenten rekrutieren und Raubkopien verteilen“. Ukrainische Anbieter müssen den Zugang zu diesen Adressen für drei Jahre blockieren.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.