Ukraine: Ruhe vor dem erneuten Sturm?

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[Florian Rötzer] Separatisten wollen Mariupol, Kramatorsk und Slawjansk wieder „befreien“, auch mit Waffengewalt

Auch wenn Swoboda und der Rechte Sektor den meisten Ukrainern zu extrem sind und sie bei den Parlamentswahlen keine Chancen haben (Ukraine vor den Wahlen), sollte man ihren Einfluss nicht unterschätzen. Beide Parteien reklamieren für sich, gegen die Oligarchen zu sein und die Maidan-Bewegung zu repräsentieren. Ihre Anhänger sind oft gewaltbereit und haben sich in die Volksgarde und die Milizen integriert, die gegründet wurden, um einerseits das offene Gewaltpotenzial der teils bewaffneten Männer der Maidan-Bewegung zu kontrollieren und um andererseits die schwachen und unzuverlässigen Sicherheitskräfte im ausgerufenen Krieg gegen die Separatisten, genannt „Antiterroroperation“, zu stärken. In diesen Reihen finden sich viele, die den Oligarchen Poroschenko ablehnen und seine Versuche, den Konflikt nicht militärisch zu lösen, als Verrat bezeichnen. Sollte erneut ein offener Konflikt ausbrechen, was nicht unwahrscheinlich ist, könnten die antirussischen Rechtsnationalisten an Einfluss gewinnen, die im Übrigen zwar antirussisch sind, deswegen aber noch nicht wirklich proeuropäisch. Und mit dem angehenden Winter könnte auch eine wachsende Unzufriedenheit in die Hände der Rechten spielen.

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