Typisch Russland: Weisse Nächte – schwarze Tage

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[Von Eugen von Arb] Weltberühmt sind die “Weissen Nächte” in St. Petersburg im Sommer, wenn die Sonne nicht untergehen will.  Was die Bewohner des “Nördlichen Venedigs” hingegen während der “schwarzen Tage” im Winter anstellen, das interessiert die wenigsten. Vor allem mitte November, wenn die Aufhellung des ausgelassen-alkoholisierten Neujahrsfests noch unerreichbar scheint, muss man sich was einfallen zu lassen, um nicht eines dunkelgrauen Tages in eine Superdepression mit Bärenschlaf zu verfallen.

Es gibt die einfachen Hausmittel – zum Beispiel Schwarztee mit schwarzer Schokolade und einem guten Buch. An russischen Winterabenden könnte man ganze Bibliotheken verschlingen. Oder stundenlanges fideles “Durak”-Spiel – das heisst “Idiot” und ist der russische Jass.

Aber dazwischen muss man ja auch mal raus. Dann tun die Russen so, als würden sie bei Sonnenschein über den Newski-Prospekt flannieren. Selbst beim übelsten Graupelwetter ist der Newski voll als wäre gerade ein Volksfest – die Leute essen sogar Glacé! “Eskimo” und “Plombir”. Die Fenster der Geschäfte und Restaurants sind hell erleuchtet wie ein riesiger Adventskalender – obwohl man das hier gar nicht kennt. Fensterln in tintenschwarzer Nacht!

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