Typisch Russland: Hund, Wurst – Politik!

[Von Eugen von Arb] – Man sagt, die Russen könnten während eines Gesprächs am Küchentisch alle Probleme der Menschheit lösen, seien aber nicht im Stande ihre eigene Wasserleitung zu flicken, die schon seit Jahren tropft. Russen sind oft ein wenig realitätsfern, dafür lassen sie sich jederzeit gerne auf eine leidenschaftliche Diskussion ein – Auslöser kann alles Mögliche sein, zum Beispiel gestern der Hund im Bus.

Stehend döse ich vor mich hin, als mich das Gezeter der Schaffnerin weckt: “Ein Hund, ein Hund!!!” Tatsächlich liegt ein grosser sandbrauner Strassenhund mitten im Bus an der engsten Stelle – ein richtiger Bäri. “Ich kann nicht vorbei, er wird mich beissen”, geht es weiter. “Warum denn, der liegt hier bequem und tut keiner Seele etwas zu leide”, entgegnet ihr lächelnd ein Pensionär.

“Ach was, einschläfern sollte man diese Strassenköter alle, bevor sie sich vermehren!” Meldet sich ein Herr im feinen Anzug – und schon teilt sich der Bus in Pro- und Contra-Strassenhund-Fraktionen, die sich wie im Parlament gegenüber sitzen und Tagespolitik betreiben. “Aber warum gleich töten – es reicht doch schon, dass unsere jungen Frauen alle abtreiben!”

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