Truppenabzug: Verteidigungsminister Schoigu zieht Bilanz

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Die gestrige Meldung zum Truppenabzug der russischen Streitkräfte aus Syrien traf überraschender, als alle Bomben, die zuvor über dem Kriegsgebiet abgeworfen wurden. Nachdem sich die erste Aufregung etwas gelegt hat, zieht nun das russische Militär eine Bilanz der Einsätze.

Die ersten SU-34 Kampfjets sind bereits wieder im Stützpunkt Woronesch angekommen. Wie angekündigt haben die russischen Truppen am heutigen Dienstag mit dem Rückzug aus Syrien begonnen. Außenminister Sergej Schoigu informierte die Öffentlichkeit derweil schon mal über die russischen Erfolge seiner Militäroperation in der Levante.

Demnach konnten 2.000 Terroristen, die aus Russland stammten, liquidiert werden. 17 Feldkommandeure seien unter den Getöteten gewesen, so Schoigu. Zudem wurde der Nachschub der Terrorvereinigungen nach Syrien durch die russischen Luftangriffe verhindert oder zumindest empfindlich erschwert.

Die Hauptlieferwege von syrischen Bodenschätzen in die Türkei konnten offenbar geschlossen werden. Zudem wurde, laut Schoigu, die Kontrolle über die Erdölfelder in der Nähe von Palmyra wieder hergestellt werden. Dabei handele es sich um drei große Felder, die seit heute von Neuem unter normaler Leitung arbeiten, wie der Außenminister betonte.

Dabei sollen von der russischen Luftwaffe 209 erdölfördernde Objekte vernichtet worden sein. Zudem, so Schoigu, wurden auch 2.912 Transportmittel für Erdölprodukte unbrauchbar gemacht, sowie wichtige Umschlagpunkte für Treibstoff zerstört. Außerdem konnte der russische Verteidigungsminister dem Präsidenten von der vollständige Kontrolle des Waffenstillstandes durch Aufklärungskräfte, Satelliten und Aufklärungsdrohnen berichten.

Nun muss sich weisen, wie es um die Zukunft Syriens bestellt ist. Werden die Konfliktparteien selbstständig an einem Verhandlungstisch ausarbeiten, wie sich das Land künftig gestalten solle oder wird die Region weiterhin ein Spielball der Interessen anderer bleiben.

[mb/russland.RU]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.