Terror-Angst in Russland – Metalldetektoren an allen Metrostationen

Foto: RIA Novosti archive / Vitaliy Ankov  CC-BY-SA 3.0Foto: RIA Novosti archive / Vitaliy Ankov CC-BY-SA 3.0
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[Von Eugen von Arb] – Bis Ende Jahr werden an allen Metroeingängen Metalldetektoren montiert. Allerdings stellt sich schon jetzt die Frage, wie sinn- und wirkungsvoll die Kontrollen sein werden. Zudem haben sich die Rahmen als gefährlich für Träger von Herzschrittmachern herausgestellt.

Ab 2016 soll niemand mehr in die Metro gelangen, ohne vom Metalldetektoren durchleuchtet worden zu sein. Die Detektoren werden gemäss einem föderalen Gesetz montiert, und bis Ende Jahr sollen 67 Stationen ausgerüstet werden. An einigen Stationen stehen die Rahmen bereits, darunter „Avtovo“, „Narwskaja“, Ploschad Vostania“, „Prospekt Veteranow“.

Den Auftrag für die Konzeption erhielt 2013 nach einer Ausschreibung die Firma „Techno“, die sich momentan im Konkursverfahren befindet. Geliefert werden die 325 Detektoren für 60 Millionen Rubel von der Moskauer Firma „SNT“. Sie hat bereits die Metro in Nischni Nowgorod damit ausgerüstet, wobei es zu einer Klage kam, weil die Metallsucher nicht richtig funktionieren und teilweise falsche Signale von sich geben.

Ablauf der Kontrolle „geheim“

Ausserdem können die Strahlen der Geräte für Träger von Herzschrittmachern lebensgefährlich sein. Laut Fontanka.ru bietet der Hersteller keine Garantie für solche Fälle. Dass die Strahlung der Detektoren keine Lappalie sind, bewies 2014 der Tod einer 30-jährigen Passagierin auf dem Flughafen von Ulan-Ude. Ein Teil der Geräte in St. Petersburg trägt darum ein Warnzeichen, das Leuten mit Schrittmachern den Durchgang verbietet.

Wie solche Passagiere zur Rolltreppe kommen werden, ist noch ungeklärt. Auch über den Verlauf der Kontrollen konnte die Petersburger Metro „aus Geheimhaltungsgründen“ keine Angaben machen. An den meisten Orten wurde neben den Rahmen ein freier Durchgang ausgespart, über den die Kontrolle leicht umgangen werden kann.

Anonyme SMS-Welle sorgt für Terrorangst

Das kann dazu führen, dass während der Rush-hour einfach ein Teil der Menge neben den Detektoren vorbeiläuft. Dadurch ergäbe sich etwa dasselbe Bild wie an den Bahnhofseingängen, wo völlig gleichgültige Wächter neben den Metalldetektoren stehen und tatenlos zusehen, wie die Menschen durch die Kontrolle rennen und dabei einen Piepston auslösen.

Dabei wären effiziente Sicherheitskontrollen gefragt. Am 11. November sorgte eine anonyme SMS-Welle in der Region Tatarstan für Angst und Fragen. In den Kurzmitteilungen wurde die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen, weil angeblich Anschläge durch Selbstmordattentäter drohten. Der russische Geheimdienst bezeichnete die Meldungen als falsch und untersucht die Herkunft der SMS.