StopCham stoppt Falschparker – notfalls mit Randalen [Video aus YouTube]

Russische Jugendinitiative kleibt wieder riesige Nerv-Aufkleber auf Frontscheiben

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StopCham heißt eine russische Organisation bestehend vor allem aus jungen Aktivisten, die sich den Kampf gegen Falschparker und andere Verkehrssünder auf die Fahnen geschrieben hat. Hierbei ist anzumerken, dass in der Tat in Russland Falschparker noch eine wesentlich größere Unverfrorenheit besitzen, als in Mitteleuropa – sowohl bei der Wahl ihrer „Parkplätze“, als auch bei den Themen Uneinsichtigkeit und Gewaltbereitschaft. Bekämpft werden die Verkehrssünder mit riesigen Protest-Aufklebern auf ihrer Frontscheibe (siehe Video unten), die zum einen abgemacht werden müssen, da sie die halbe Scheibe belegen, zum anderen aber wirklich schlecht abgehen. Die Aktivisten pappen solche Aufkleber auch durchaus auf Autos, deren Insassen sich noch darin befinden, wie die lautstarken Auseinandersetzungen auf unserem Video zeigen. Dieses verfügt, wenn man unten rechts auf das betreffende Symbol klickt, über englischsprachige Untertitel.

Der Text der Aufkleber bedeutet übrigens „Ich kümmere mich um nichts und parke wo ich will“. Die Bewegung ist, wie Chrjuschi Protiw, die den Verkauf von Gammel-Lebensmitteln bekämpfen aus der Kreml-nahen Jugendbewegung „Naschi“ heraus entstanden, weshalb im westlichen Ausland wenig über sie berichtet wird. Auch die Aktionen von StopXam haben eine ähnliche Zielrichtung, das Aufsehen-Erregen vor Ort in Verbindung mit der Verbreitung der Botschaft über das Netz. Sogar eine attraktive junge Frau als „empörte Passantin“ ist analog zur „empörten Kundin“ bei Chrjuschi Protiw vorhanden. Allerdings hat sich StopCham durchaus schon mit prominenten Falschparkern aus der Politik angelegt. So mit der Frau des tschteschenischen Gesandten in Moskau 2012 – ein Fall, der mit einem Handgemenge und viel PR für die Aufkleber-Kleber endete. Nichtsdestro trotz wird StopCham von offizieller Seite finanziell gefördert. Ihre Videos gehören zu den größten Hits des russischen YouTube. Ihr neuster Clip, den wir zeigen, ist seit nicht einmal einer Woche online und steuert bereits auf die zweite Zuschauer-Million zu (Foto: Tara-Amingy, Wikimedia Commons).

https://www.youtube.com/watch?v=TqdOTF3FQm8