Staatliche Hackergruppen oder Cyber-Söldner? USA und Russland im Cyber-Konflikt

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[Von Florian Rötzer] – US-Regierung droht mit Gegenangriffen, aber es fehlen die Beweise, die Cyberangriffe mit bestimmten Personen oder gar Regierungen verbinden können.

Ganz offiziell hat die US-Regierung vor wenigen Tagen Russland beschuldigt, in Computer von politischen Organisationen und Wahlbehörden einzudringen, um Einfluss auf die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen auszuüben. In einer gemeinsamen Erklärung des US-Heimatschutzministeriums und der obersten Geheimdienstbehörde DNI wurden allerdings keine Beweise dafür geliefert, um die Beschuldigung zu begründen (Washington forciert den Konflikt mit Russland im Cyberspace). Russland hat sofort alles abgestritten und den Vorwurf auf eine antirussische Hysterie zurückgeführt. Auch die Website des Kremls werde am Tag tausende Mal angegriffen, weswegen man auch nicht gleich die amerikanischen Geheimdienste verdächtige.

Unklar blieb zunächst, was auf die Beschuldigung folgen soll. Mit Anklagen und Drohungen, die keine Folgen haben, macht sich Washington eher lächerlich. Gefährlich ist aber auch, einen offenen Angriff auf einen nur mutmaßlichen Verantwortlichen zu starten. Damit würde ein Präzedenzfall geschaffen, der sich auch gegen die USA richten kann, zumal wenn es gegen Russland oder eine andere Großmacht wie China geht. Zudem würden die USA einen Teil ihres Cyberwaffenarsenals offenbaren und ein noch unbekanntes Risiko eingehen, einen Cyberwar auszulösen. Allen voran hat Hillary Clinton, zusammen mit dem Democratic National Committee mehrmals selbst Opfer von Hacks, auf die russische Regierung als verantwortlich gezeigt, weil sie angeblich mit den geleakten Emails und anderen Operationen die Wahlen zugunsten von Donald Trump beeinflussen möchte. Trump wird hingegen eine Nähe zu Putin attestiert, um ihm zu schaden.

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