Sportgerichtshof hebt Russlands Eishockey-Sperre auf – Weltverband muss Rückkehr organisieren

Sportgerichtshof hebt Russlands Eishockey-Sperre auf – Weltverband muss Rückkehr organisieren

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss russischer Eishockey-Nationalmannschaften von anstehenden Weltmeisterschaften aufgehoben. Der Weltverband IIHF kündigt an, die Entscheidung umzusetzen, hält seine Sicherheitsbedenken jedoch aufrecht. Nun müssen russische Teams in Wettbewerbe aufgenommen werden, deren Vorbereitung bereits weit fortgeschritten ist.

Russlands Eishockeyverband hat vor dem Internationalen Sportgerichtshof einen wichtigen Erfolg erzielt. Wie Kommersant und die Moscow Times berichten, hob der CAS am 30. Oktober fünf Beschlüsse des Eishockey-Weltverbandes IIHF auf. Die Entscheidung verpflichtet den Verband, russische Mannschaften wieder zu den betroffenen internationalen Wettbewerben zuzulassen.

Dazu gehören die U20-Weltmeisterschaft, die Ende dieses Jahres in Kanada beginnt, und die Männer-Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland. Nach Angaben von Kommersant umfasst die Entscheidung außerdem die U18-Weltmeisterschaften der männlichen und weiblichen Nachwuchsteams sowie die Frauen-Weltmeisterschaft 2027.

Sicherheitsargumente nicht ausreichend belegt

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Begründung des Ausschlusses. Das dreiköpfige CAS-Gremium kam laut der von der Moscow Times wiedergegebenen Mitteilung zu dem Ergebnis, dass die von der IIHF vorgetragenen Sicherheitsargumente und weiteren Bedenken nicht durch ausreichende Beweise gestützt worden seien.

Die Entscheidung betrifft damit die Grundlage der angefochtenen Teilnahmebeschränkungen. Sie beantwortet nicht sämtliche Fragen einer russischen Rückkehr. Insbesondere ließ der CAS offen, ob die Mannschaften mit Nationalflagge und Hymne antreten dürfen. Diese Fragen waren dem Bericht zufolge nicht Gegenstand der Berufung.

Auch eine automatische Wiederzulassung von Belarus lässt sich daraus nicht ableiten. Die IIHF hatte 2022 nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine zwar beide Länder ausgeschlossen. Das jetzt entschiedene Verfahren betrifft jedoch die Berufung des russischen Verbandes.

IIHF sagt Umsetzung zu

Der Weltverband reagierte mit Enttäuschung, erklärte aber ausdrücklich, die Autorität des CAS zu respektieren und dessen Entscheidung umzusetzen. Zugleich hält die IIHF an ihrer Einschätzung fest, dass die bisherigen Maßnahmen dem Schutz der Beteiligten und der Integrität ihrer Wettbewerbe gedient hätten.

Der juristische Ausgang beseitige diese Bedenken nicht, erklärte der Verband nach Angaben der Moscow Times. Für die Veranstalter entstünden zudem umfangreiche zusätzliche Aufgaben: Wettbewerbsformate und Spielpläne müssten überprüft, Reise- und Unterbringungsfragen neu geregelt und Sicherheitsmaßnahmen angepasst werden.

Damit verlagert sich der Konflikt auf die praktische Durchführung. Die Zulassung ist angeordnet; wie sie in bereits vorbereiteten Turnieren umgesetzt werden kann, muss der Verband nun mit nationalen Mitgliedsverbänden, Organisationskomitees und Gastgebern klären.

Besonders deutlich wird das bei der Männer-WM in Deutschland. Ihr Teilnehmerfeld umfasst bereits 16 Mannschaften, darunter die Ukraine. Wie Russland aufgenommen wird und welche Änderungen dafür erforderlich sind, ist bislang offen. Eine Verdrängung der ukrainischen Mannschaft ist nicht als beschlossene Folge des Urteils belegt.

Moskau begrüßt den Erfolg

Der russische Sportminister Michail Degtjarjow begrüßte die Entscheidung als Abschluss des Rechtsstreits. Zugleich räumte er ein, dass nun eine schwierige Aufgabe bevorstehe: Gemeinsam mit der IIHF müsse die Rückkehr der russischen Mannschaften organisiert werden.

Der Erfolg fällt in eine Phase weiterer Auseinandersetzungen über Russlands Stellung im internationalen Sport. Nach Angaben der Moscow Times hatte das Internationale Olympische Komitee im Juli die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aufgehoben. Dagegen legte das ukrainische Olympische Komitee beim CAS Berufung ein.

Dieses Verfahren ist vom Eishockeystreit zu unterscheiden. Die Suspendierung des russischen Olympischen Komitees war im Oktober 2023 erfolgt, nachdem es regionale Olympische Räte aus den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja aufgenommen hatte.

Für das russische Eishockey ist die aktuelle Entscheidung dennoch ein konkreter Schritt zurück in den internationalen Wettbewerb. Der Weltverband hat ihre Umsetzung zugesagt. Wann und unter welchen organisatorischen Bedingungen die ersten russischen Teams tatsächlich wieder antreten, muss nun geklärt werden.

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