Sowjetische Postkarten zur Oktoberrevolution Teil 2

Sowjetische Postkarte aus dem Jahr 1983

Da in Russland zur Zeit der Oktoberrevolution noch der julianische Kalender Gültigkeit hatte, verschob sich die Revolution nach der Umstellung auf die gregorianische Zeitrechnung kurzerhand vom 25. Oktober auf den 7. November. So mag es heute etwas verwirrend erscheinen, dass in Russland dem Umsturz erst am morgigen Tag gedacht wird.

Zu Sowjetzeiten galt jener Tag, aus dem sich damals mit der Erstürmung des Winterpalastes im heutigen St. Petersburg die UdSSR herausgeformt hatte als Feiertag und wurde dementsprechend zelebriert. Dass die Revolte seinerzeit weit weniger heldenhaft verlief, wie es die sowjetische Propaganda glauben machen wollte, ist heute unbestritten.

Während Sergej Eisensteins Revolutionsepos „Oktjabr“ von ausdrucksstarken Bildern vom Sturm auf die Zarenresidenz geprägt ist, gilt inzwischen unter Historikern gesichert, dass die Meute der Revolutionäre zuerst den Weinkeller des Zaren plünderte.

Welche Bedeutung die Oktoberrevolution jedoch für das Staatsgebilde der UdSSR hatte, wird an den Erinnerungen deutlich, zu denen auch die Postkarten im zweiten Teil unserer kleinen Serie zählen.

Beim Anklicken der Bilder öffnet sich eine größere Darstellung.

Zum ersten Teil der Postkarten-Serie gelangen Sie hier >>>

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.