Slalom in Schladming: Alexander Choroschilow holt historischen Sieg für Russland

Beim traditionellen Nachtrennen im österreichischen Schladming gab es am Dienstagabend eine faustdicke Überraschung: Der Russe Alexander Choroschilow fuhr allen davon und holte für sein Land den ersten Weltcup-Sieg der Herren nach sage und schreibe 34 Jahren. Die in der nächsten Woche beginnende alpine Weltmeisterschaft in den USA verspricht aus russischer Sicht sehr spannend zu werden.

Der 30-Jährige hatte schon zu Beginn der Saison angedeutet, dass in diesem Jahr mit ihm zu rechnen ist, wenn es ums Verteilen der Medaillen geht – im Dezember war er im schwedischen Are hinter dem Österreicher Marcel Hirschler und dem Deutschen Felix Neureuther als Dritter ins Ziel gekommen.

In Zagreb gab es am 6. Januar dann einen fünften Platz, den Choroschilow (amerikanische Schreibweise: Khoroshilov) am 17. Januar im schweizerischen Wengen wiederholen konnte. In Kitzbühel kam er in der letzten Woche auf Rang sechs – und nun trumpft Choroschilow auf und setzt die bisher beste Marke in seiner Karriere.

Am Ende des „langen Abends von Schladming“ verwies der auf der Fernost-Halbinsel Kamtschatka geborene Skiprofi den Italiener Stefano Gross mit einem mehr als soliden Vorsprung von 1,44 Sekunden auf Platz zwei. Der deutsche „Dauerbrenner“ Felix Neureuther kam sieben Hundertstel nach Gross ins Ziel.

„Ich bin sehr glücklich“, zitiert die offizielle FIS-Webseite den Sieger. „Beide Versuche sind mir gelungen, ich hatte heute ein gutes Gefühl für die Skier, und das half mir, schnell über die Distanz zu kommen. Nach dem ersten Lauf verspürte ich unheimlichen Druck, aber es gelang mir, das nicht nach außen zu bringen und mich weiter ausschließlich auf das Rennen zu konzentrieren.“

Gegenüber Eurosport.com sagte er: „Ich möchte dem Trainer danken, der mir im Laufe der Jahre mehrmals gesagt hat, ich könnte irgendwann aufs Podium kommen. Ich dachte immer, das sei ein Scherz, aber im Endeffekt hat er Recht behalten. Ich bin nicht mehr einer von vielen unter den besten 30. Ich bin stärker und selbstbewusster. Der heutige Erfolg ist das Ergebnis schwerer Arbeit.“

[sb/russland.RU]