Russlands Außenminister Lawrow im Iran

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat am Mittwoch den russischen Außenminister Sergei Lawrow empfangen. Dabei betonte Ruhani, sein Land setze sich für enge strategische Beziehungen mit Russland ein. Teheran werde mit Moskau eine langfristige und umfassende bilaterale, regionale und internationale Kooperation vereinbaren.

Zur Genfer Atomvereinbarung sagte Ruhani, darin seien alle nuklearen Rechte seines Landes anerkannt worden, darunter auch das auf Urananreicherung. Sollten andere Länder nun andere Erläuterungen abgeben, würde dies dem gegenseitigen Vertrauen sowie den vorangegangenen Bemühungen Schaden zufügen.

Lawrow erwiderte, es sei für Russland von äußerst großer Bedeutung, mit dem Iran in regionalen und internationalen Angelegenheiten zu kooperieren. Bezüglich der Genfer Atomvereinbarung habe Russland mit dem Iran keine Meinungsverschiedenheiten.

Am gleichen Tag führte Lawrow auch ein Arbeitsgespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Javad Zarif. Dabei stimmten beide Politiker in einer Reihe von Fragen überein, zu denen auch die Syrien-Krise gehört. Dazu hieß es in lokalen Medien unter Hinweis auf die kritischen Herausforderungen im Nahen Osten, in Zusammenarbeit mit Russland könne der Iran bei der Bewältigung der regionalen Krisen eine wichtige Rolle spielen.

Dazu betonte Lawrow während seines Arbeitsgespräches mit Zarif, Russland sehe im Iran ein Land mit Einfluss in Syrien, das bei der friedlichen Lösung der Syrien-Krise eine wichtige Rolle spielen könne. Teheran sollte an der 2. Genfer internationalen Konferenz über die Syrien-Frage teilnehmen. Zarif bekräftigte, dass der Iran in der Syrien-Frage gleiche Ansichten mit Russland habe. Diese Krise könne nur durch einen politischen Dialog beigelegt werden. Es gebe keinerlei militärische Lösung.

Beide Außenminister haben auch die russisch-iranische Kooperation im Kernkraftsektor beraten. Hier ist Russland derzeit das einzige Land, das mit dem Iran zusammenarbeitet. Das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr wurde mir russischer Unterstützung gebaut. Vor der Presse meinte Zarif, aufgrund der bisherigen Zusammenarbeit werde sein Land auch künftig bevorzugt mit Russland kooperieren. Moskau und Teheran könnten für die neue Projektphase des Atomkraftwerks Bushehr eine Vereinbarung erreichen. Beide Seiten würden noch über einen Ausbau der Reaktoren beraten.

Die iranische Presseagentur IRNA kommentierte am Mittwoch, Russland sei das einzige große Land, mit dem der Iran starke, umfangreiche Beziehungen gepflegt habe. Trotz Windungen und Wendungen basierten die bilateralen Beziehungen seit den 1990er Jahren hauptsächlich auf einer pragmatischen Zusammenarbeit, nicht auf Abschreckung oder Bedrohung.

Die iranische Agentur fügte hinzu, mittlerweile gebe es im Nahen Osten äußerst kritische Herausforderungen. Kein Land könne die Probleme allein beilegen. Dagegen biete die internationale Kooperation neue Chancen und Lawrows Iran-Reise sei gerade unter diesen Umständen zu sehen.

Beide Staaten haben in vielen regionalen Fragen gleiche Ansichten und spielen bei der Bewältigung der regionalen Krisen und besonders bei einer Eindämmung des Militäreinsatzes in Syrien eine wichtige Rolle. Auch bei der Ablehnung der amerikanischen militärischen Präsenz in ihren Nachbarländern wollen beide Staaten zusammenarbeiten.

[CRI-Online]