Russland – Wales: Ungedopt gespielt?

Foto: TV-ScreenshotFoto: TV-Screenshot
image_pdfimage_print

[Von Alexander Kazakow] – Wenn das Spiel der Sbornoja gegen Wales eine Folge des Nicht-Dopings war, bin ich eindeutig für Doping. Spaß beiseite, die russischen Spieler zeigten eine derart miserable Leistung, dass einem die passenden Worte fehlen. Unterirdisch, verängstigt, saft- und kraftlos.

Verschwörende Gedanken brauen sich zusammen: Bedroht, bestochen, vergiftet?

Hätten die russischen Hooligans nach diesem Grottenauftritt randaliert, wäre ein bisserl Verständnis aufgekommen. Der desolate Zustand hat sogar den hartgesottenen Ultras die Zähne gezogen. Erinnerungen an die 1:7 Klatsche gegen Portugal aus dem Jahre…. kommen hoch. Aber damals führte jeder Angriff der Iberer zum Torerfolg, Russland hatte mehrfach Pech. Gestern in Toulouse kann es ein kein russisches Pech gegeben, nennenswerte Angriffsversuche waren Mangelware.

Lächerlich haben sich Slutskis Männer gemacht, als keiner die Kapitänsbinde übernehmen wollte. Selten zuvor war eine Selbstdemontage öffentlicher demonstriert worden. Wer an die Allmacht Putins glaubt, könnte zu Recht behaupten, Wladimir der Große hätte ihnen das Siegen verboten. Vielleicht wird es 2018 bei der heimischen WM von Vorteil sein, als krasser Außenseiter ins Turnier zu gehen.

Ich verstehe den Untergang des russischen Teams nicht, mir verschlägt es die Sprache. Einsicht fand wenigstens der russische Sportminister Witali Mutko. „Das Spiel der Mannschaft zeigt das echte Niveau unseres Fußballs“, sagte er der Agentur Tass. Zusammen mit den Doping-Vorwürfen gegen die Leichtathleten liegt der russische Sport am Boden. Dem fehlenden Doping kann das nicht in die Schuhe geschoben werden. Oh, Sbornoja.

Alexander Kazakow für russland.NEWS