Russland braucht touristische Vermarktungsstrategie

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Der Expertenrat für den Tourismus in Russland fordert eine nationale Systementwicklung der Touristikbranche. Eine Vermarktungsstrategie soll helfen, regionale Ideen auf landesweiter Ebene miteinander zu verknüpfen und gesamtheitlich zu unterstützen.

Offenbar hat man das touristische Potential in Russland erkannt. Statt wie bisher die einzelnen Regionen sich selbst zu überlassen, will man künftig die Promotion aufeinander abstimmen. Eine nationale Vermarktungsstrategie kann nur zum Nutzen aller sein. Man habe sowohl den internationalen als auch den nationalen Markt im Visier. Deshalb soll sich der Staat auf vielversprechende Zielmarktsegmente konzentrieren.

Das nächste Jahr sei ein Jahr der grundlegenden Entscheidungen im Tourismus, betont Igor Fomin, der Vorsitzende des Expertenrates für den Tourismus beim Komitee des Föderationsrates für Sozialpolitik. „Insbesondere braucht Russland die Systementwicklung der touristischen Branche. Einen Komplex von einkalkulierten und miteinander verbundenen Handlungen. Der wichtigste Bestandteil dieses Systems soll die nationale Vermarktungsstrategie werden“, erläuterte der Politiker gestern auf der Plenarsitzung der gesamtrussischen Konferenz ‚Regionale touristische Marken – Synergie des Erfolgs‘.

Auf der Konferenz in den Räumlichkeiten der Industrie- und Handelskammer forderte er, dass sich der Staat auf vielversprechende Zielmarktsegmente konzentrieren solle. Man muss klar verstehen, welche möglichen Beförderungsmethoden auf Außen- und Binnenmärkten bestehen und wie eine Koordinierung regionaler Förderungsmaßnahmen zu planen ist. Es sei möglich, Strukturen einer standardisierten Promotion zu verwenden. Dies verhelfe dem Markt zu einer Einheitlichkeit, wie die Parlamentskaja Gaseta berichtete.

„Jetzt agiert jede Region Russlands auf ihre Weise in Sachen Fortschritt, und dies kann einen Hauch von Chaos in das Gesamtsystem der Werbung für touristische Produkte bringen. Es wäre gut, eine Auswahl an Standardlösungen anzubieten, denen die Regionen folgen können“ erklärte Fomin deshalb. Allerdings betonte er auch, dass dafür erhebliche Mittel erforderlich seien. Momentan gebe Russland weniger als vier Millionen US-Dollar für Werbung aus. Das ist erschreckend wenig im Vergleich zu beispielsweise Israel, wo man nahezu hundert Millionen Dollar in den staatlich geförderten Tourismus investiere.

Außerdem, so hätten ausländische Erfahrungen gezeigt, zahlen sich solche Ausgaben auch über den eigentlichen Zweck hinaus aus. Durch das aktive Wachstum des Tourismus und verwandte Branchen entwickele sich die Anziehungskraft für Investitionen kleinerer und mittlerer Unternehmen, appellierte der Vorsitzende des Expertenrates.

[mb/russland.REISEN]