Razzien gegen terrorverdächtige Tschetschenen

Foto: BlaulichtreportDE CC0 Public Domain via PixabayFoto: BlaulichtreportDE CC0 Public Domain via Pixabay
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In fünf deutschen Bundesländern wurden heute Vormittag Razzien gegen vermeintliche Terroristen mit russischer Staatsbürgerschaft durchgeführt. Das Hauptaugenmerk läge laut den Ermittlern des Landeskriminalamts Thüringen auf einem 28-jährigen Mann, der geplant haben soll, sich dem bewaffneten Kampf des „Islamischen Staates“ in Syrien anzuschließen.

Wie Thüringer Sicherheitskreise mitteilten, wurde in Suhl eine Person in einem mehrgeschossigen Wohnhaus festgenommen. Zudem konnten zur Herstellung von Sprengstoff geeignete Substanzen sichergestellt werden.

Anlass der Ermittlungen war der Verdacht der „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, so die Pressestelle des LKA Thüringen. Eine konkrete Anschlagsgefahr habe sich aus den Ermittlungen bislang nicht ergeben. Im Laufe des Tages will das Landeskriminalamt eine Erklärung zu den Ergebnissen der ersten Ermittlungen, sowie Medieninformationen folgen lassen, wie mitgeteilt wurde.

Zeitgleich wurden in Hamburg und Dortmund Großrazzien durchgeführt.Auch in Sachsen und Bayern durchsuchten Beamte verdächtige Objekte. Die Razzien konzentrierten sich auf insgesamt zwölf Wohnungen und eine Gemeinschaftsunterkunft und sollen sich gegen Terrorverdächtige aus der islamistischen Szene richten.

Im Visier der Ermittler lagen zehn weitere Männer und drei Frauen im Alter von 21 bis 31 Jahren. Sie alle sind tschetschenischer Volkszugehörigkeit und besitzen russische Pässe. Bei allen Beschuldigten handele es sich um Asylsuchende, deren Aufenthaltsstatus in Deutschland bisher nicht abschließend geklärt sei. Vorerst sollen jedoch auf Grund der laufenden Ermittlungen keine genaueren Informationen veröffentlicht werden.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.