Putsch in der Türkei – „Wir haben die Kontrolle über die Regierung übernommen.“

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Istanbul/Ankara – Die Türkei befindet sich im Kriegszustand. Laut Ministerpräsident Binali Yıldırım habe ein Teil des Militärs einen Putsch versucht, der offenbar gelungen scheint. Die beiden Brücken über den Bosporus wurden unverzüglich gesperrt, eine Ausgangssperre verhängt. Über Istanbul und Ankara bewegen sich F-16-Kampfjets im Tiefflug über der Stadt.

Die Polizei sei vom Militär entwaffnet worden heißt es, während die Abgeordneten der Regierungspartei AKP in Sicherheit gebracht wurden. Der Atatürk-Flughafen in Istanbul ist laut der Nachrichtenagentur AFP unter der Kontrolle des Militärs. Zudem wurde das Staatsfernsehen TRT abgeschaltet. Weiter heißt es, Panzer hätten bereits Stellung bezogen.

Wie die Agentur Anadolu berichtet, wurde der Generalstabschef als Geisel genommen. In der Nähe des Sitzes des Geheimdienstes seien Schüsse aus einem Militärhubschrauber gefallen.Der türkische Staatschef Recep Erdoğan ist laut dem Sender CNN Turk in Sicherheit gebracht worden. Über den jetzigen Aufenthaltsort des Präsidenten ist allerdings bisher nichts bekannt. Zuletzt hieß es, er sei auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Istanbul.

Die griechische Armee ist bereits in erhöhte Einsatzbereitschaft wegen der Vorgänge im Nachbarland versetzt worden. Russlands Außenminister warnte indes eindringlich vor einem Blutvergießen in der Türkei. Während Yıldırım noch von „einer Handvoll Plünderer“ sprach, erklärte das türkische Militär im Fernsehen: „Die Macht im Land ist in ihrer Gesamtheit übernommen!“

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.