Putin zeichnet Aufräumkräfte von Tschernobyl aus

Russlands Staatspräsident Wladimir Putin hat am Dienstag im Kreml den Liquidatoren der Folgen des Atomunfalls von Tschernobyl staatliche Auszeichnungen verliehen. Putin würdigte den Mut der ehemaligen Aufräumarbeiter. „Sie haben nicht nur das Ausmaß der Katastrophe gesehen und mit den Menschen mitempfunden, sondern auch tapfer gegen die Katastrophe angekämpft“, führte der russische Staatschef aus.

Den Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl bezeichnete Putin als eine der schwersten technischen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts, deren Folgen bis jetzt noch nicht völlig bewältigt werden konnten.

In der Nacht zum 26. April 1986 ereignete sich im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der Stadt Pripjat, Ukraine (damals Sowjetunion) eine Explosion im Kernreaktor, die als das größte Atomkraftwerkunglück in die menschliche Geschichte einging.

Bei der Explosion wurden 190 Tonnen radioaktive Substanzen in die Atmosphäre freigesetzt. In die Luft gelangten acht von insgesamt 140 Tonnen radioaktiven Brennstoffs. Infolge des Brandes, der zwei Wochen wütete, gelangten weitere schädliche Substanzen ins Freie. Die radioaktive Bestrahlung, der die Menschen in Tschernobyl ausgesetzt wurden, war 90fach so stark wie nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Verunreinigt wurde eine Fläche von 160 000 Quadratkilometer in der Nordukraine, im westlichen Russland und in Weißrussland.

Nach einem Bericht der UNO von 1995 waren neun Millionen Menschen, darunter drei bis vier Millionen Kinder, direkt bzw. indirekt vom Tschernobyl-Unfall betroffen.

Dem russischen Zivilschutzministerium zufolge waren an der Beseitigung der Folgen von Tschernobyl rund 600 000 Menschen aus der gesamten Sowjetunion beteiligt, darunter etwa 300 000 aus Russland.